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Aktionen in 40 Städten: "Rettet die Reisebüros!"

"Rettet die Reisebüros!" Unter diesem Motto demonstrierten am 13. Mai - bunt und fantasievoll - in über 40 Städten erneut Inhaber und Kolleginnen und Kollegen von Reisebüros und kleinen und mittleren Reiseveranstaltern im Rahmen eines zweiten, bundesweiten Aktionstags.

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Aktionen in 40 Städten: "Rettet die Reisebüros!"
Foto von der Aktion in Gelsenkirchen (rf-foto)

Sie fordern berechtigt die Einrichtung eines Rettungsfonds mit weiteren, nicht rückzahlbaren Hilfen. Inzwischen ist jedem klar, dass 2020 nur ein Bruchteil der sonst üblichen Einnahmen erzielt werden können. Daran werden auch die jetzigen Pläne für einen „Neustart des Tourismus" nichts ändern. Für fast alle der kleinen und mittleren Betriebe ist das jetzt akut eine Existenzfrage – die ersten Soforthilfen sind in den allermeisten Fällen bereits verbraucht! Einnahmen gibt es derzeit praktisch keine – die Existenz ist ohne weitere Hilfen akut bedroht!

 

Etwa 120.000 Kolleginnen und Kollegen sind derzeit meist in Null-Kurzarbeit. Bei der Demonstration in Gelsenkirchen fand die Forderung nach Aufzahlung des Kurzarbeitergeldes auf 100 Prozent aus dem geforderten Rettungsfonds große Zustimmung. Ebenso ein Beitrag eines Reisebüros, der die Kollegen aufrief, bei der Kundenberatung keine Kompromisse beim nötigen Gesundheitsschutz zu machen, nur um eine Buchung zu bekommen. Auch dafür ist der Rettungsfonds nötig!

 

Am gleichen Tag wurde bekannt, dass TUI im Rahmen eines Programms zur „Kostensenkung" um 30 Prozent weltweit etwa 8 000 Beschäftigte entlassen will. Der größte Reisekonzern Europas hatte sich kurz nach Ausbruch der Corona-Krise einen Staatskredit über 1,8 Milliarden Euro gesichert. Entsprechend trafen die Entlassungspläne auf großen Unmut auf den Demonstrationen. Angesichts der dramatischen Lage ist es schon provokativ, dass durch die Bundesregierung ein Antrag zur Einrichtung eines Rettungsfonds gekippt wurde. Dabei sind die Protestaktionen der Reisebüros schon klare Wirkungstreffer gegen das Krisenmanagement der Bundesregierung.

 

Schon wird von den großen Tourismusverbänden, die überwiegend die Interessen der Tourismusmonopole vertreten, ein „Tourismusgipfel" im Kanzleramt gefordert. „Wenn nicht sofort Hilfe komme, sei die Tourismuswirtschaft am Ende, so der Tenor des Hilferufs". Durchaus richtig, aber die Kolleginnen und Kollegen der Reisebüros und von kleinen und mittleren Veranstalter sind gut beraten, sich von solchen Forderungen nicht die Initiative aus der Hand nehmen lassen. Es gibt eben keine einheitliche „Tourismuswirtschaft", sondern auch hier setzen die Monopole ihre Interessen durch - zu Lasten ihrer Konkurrenten und der Arbeiter und Angestellen.

 

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