Truckenthal

Truckenthal

Bittere Erfahrungen in Klein- und Mittelbetrieben

Wir vom Ferienpark Thüringer Wald sind von den angeordneten Schließungen aufgrund der Corona-Pandemie auch hart betroffen. Kurzarbeit musste vereinbart werden.

Korrespondenz

Wegen unserer Auszubildenden sprachen wir auch mit der IHK in Suhl. Kurz gefasst war die Antwort: Wenn Ihr sie nicht halten könnt, müsst ihr sie entlassen. Das haben wir natürlich nicht gemacht. Dann kam aber die Auflage: Wenn die Ausbildung weiter geht, muss auch die Ausbilderin mindestens zu 51% arbeiten. Immerhin hat die IHK uns dann darauf aufmerksam gemacht, dass für sechs Wochen in der Corona-Krise die Weiterführung der Ausbildung mit 80% der Ausbildungsvergütung unterstützt wird. Die IHK hat auch geholfen, den Antrag zu stellen.

 

Natürlich muss man sich um jede Hilfe bemühen. Aber die ganzen Anträge halten einen ganz schön auf Trab. "Schnell und unbürokratisch" - das können wir schon nicht mehr hören. Die Soforthilfe des Landes Thüringen haben wir schnell bekommen, weil wir den Antrag ganz schnell gestellt haben. Die Soforthilfe des Bundes, die am 29. März groß verkündet wurde, konnte man erst vier Wochen später überhaupt beantragen. Bis zum 22. Mai haben wir weder einen Bescheid noch Geld auf dem Konto.

 

Von verschiedenen Kleinbetrieben haben wir gehört, dass sie gar keine Anträge stellen, sondern gleich den Betrieb einstellen oder Insolvenz anmelden, einen Job suchen und sogar Hartz IV beantragen. Da müssen sich die Chefs von Lufthansa und anderen Großkonzernen erst gar nicht anstellen. Die sitzen bei der Kanzlerin am Tisch und geben ihr ihre Direktiven, die sie umzusetzen hat. Das Überleben der Klein- und Mittelbetrieben ist wohl eher etwas für Sonntagsreden der Politiker.

 

"Systemrelevant" sind die Kleinen halt nicht, zumindest nicht für das monopolkapitalistische System.