Fußball

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Bundesliga-Neustart – Fanlust und Fanfrust

An diesem Wochenende hat die Fußball-Bundesliga wieder begonnen.

Von Landesleitung Rheinland-Pfalz - Hessen - Saarland der MLPD / ffz
Bundesliga-Neustart – Fanlust und Fanfrust
In der Bundesliga rollt der Ball wieder - wenn auch nicht, wie hier vor Corona-Zeiten, vor Publikum (foto: Marcoreitz78 (CC BY-SA 3.0))

Der Bundesliga-Re-start hat die verschiedensten Reaktionen hervorgerufen. Während diverse Fangruppen - vor allem aus dem Ultra-Bereich - schon vor dem Spielbeginn deutlich machten, dass sie "Geisterspielen" ohne Publikum nichts abgewinnen können, war die Freude bei einem Teil der Fans zuhause da. Endlich wieder Fußball, und ein Stück Normalität kommt in Corona-Zeiten zurück.

 

Sicher ist an der Kritik der Fangruppen etwas dran. Wenn zum Beispiel die Ministerpräsidenten von Bayern, Markus Söder (CSU), und von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), als Fürsprecher des Neustarts antreten, und erklären, dass mit dem Neustart die 56.000 Arbeitsplätze im Profifußball gerettet werden, sind damit wohl in erster Linie  Spieler und Trainer-Stäbe gemeint. Die vielen 450-Euro-Jobber, die nicht einmal Kurzarbeitergeld bekommen, sehen sie dabei eher nicht. Gerettet werden sollen dagegen: die PayTV- und Werbegelder, die Kapitalanlagen in den Vereinen, das Merchandising (Textilkonzerne) und die Sportwetten.

 

Für andere dagegen ist der Rückkehr des Fußballs ein wichtiges Signal in der Corona-Krise. Es kommt wieder ein Stück Normalität zurück, wenn man - natürlich unter den gebotenen Gesundheitsmaßnahmen - wieder Fußball schauen kann, und auch viele Fans haben gestern wieder mit ihren Teams gefiebert.

 

Dazu kommt das Engagement vieler Fangruppen in Corona-Zeiten: Im Gegensatz zur DFL haben Hunderte Fanorganisationen Solidarität organisiert. So unterstützen die Frankfurter Fans die Beschäftigten in den Krankenhäusern, organisierten Spenden für die Tafeln und Kinderhospitze. Seit Jahren wird die staatliche Förderung des Breitensports eingeschränkt. Hier sind Hunderte Vereine in ihrer Existenz gefährdet. Deren Arbeit ist wirklich gesellschaftlich relevant: Für Fähigkeiten der Kinder, dass sie scwimmen lernen; für ihre körperliche Fitness, für die psychische Gesundheit der Masse der Bevölkerung. Für ihre Vereinsarbeit geben Tausende selbstlos ihr letztes Hemd.

 

Es gilt, 100 Prozent Lohnfortzahlung für die Masse der Beschäftigten auf Kosten der Großsponsoren zu fordern! Sie müssen die Forderungen der MLPD kennenlernen nach „qualifizierter Aufklärung und Erziehung für eine gesunde Ernährung! Ausbau kostenloser Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche!“ Wir unterstützen die Diskussion, wie der Sport wirklich aus den Krallen des internationalen Finanzkapitals befreit werden kann - in einer sozialistischen Gesellschaft.