Indonesien

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Explosion der Massenarmut als Folge der Wirtschaftskrise und der Corona-Pandemie

Die „Jakarta Post“ berichtet: Im September 2019, also weit vor Corona, lebten laut den Daten von Statistics Indonesia (BPS) schon offiziell 24,79 Millionen Indonesier in Armut, was 9,22 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht.

Korrespondenz

In vielen Fabriken gab es deshalb auch Streiks gegen Arbeitsplatzabbau und Fabrikschließungen in Folge der Wirtschaftskrise und die Massenproteste der Arbeiterbewegung gegen die „Omnibusgesetze“ der Regierung zur Deregulierung der Arbeitsbedingungen halten bis heute an.

 

Die Prognose der CORE-Forscher Akhmad Akbar Susamto und Muhammad Ishak Razak erwartet jetzt, dass zusätzlich 5,1 bis 12,3 Millionen in die Armut gedrückt werden. Besonders betroffen: die Millionen Klein – und Kleinstgewerbetreibenden, Straßenhändler usw. im sogenannten informellen Sektor, deren Erwerbsmöglichkeiten in Folge des Zusammenbruchs von Kleinaufträgen und mit der Anordnung, ihre Häuser nicht mehr zu verlassen, völlig zusammengebrochen sind. In diesem Bereich arbeiten 56,5 Prozent der landesweit Beschäftigten.

 

CORE warnt davor, dass damit die Zahl der Armen auf 14,35 Prozent der Gesamtbevölkerung ansteigen könnte. Auch unter den Arbeitern geht die Regierung davon aus, dass zusätzlich 2,9 bis 5,2 Millionen während des Ausbruchs des Virus ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Diese offiziellen Zahlen drücken aber noch nicht einmal die wahre Dimension der realen Armut aus.

 

Aus Indonesien erreichen uns Berichte, dass immer mehr Familien ihre Wertgegenstände wie Fernseher, Mopeds usw. in Pfandleihhäusern versetzen müssen, um sich wenigstens mit Grundnahrungsmitteln wie Reis zu versorgen.