Leserbrief an die WAZ

Leserbrief an die WAZ

Gesundheitsamt Gelsenkirchen lässt sich Zeit

In einem Leserbrief wandte sich der Günter Wagner, Arzt und sachkundiger Einwohner des Kommunalwahlbündnisses AUF Gelsenkirchen am 10. Mai an die WAZ. Er kritisiert das Vorgehen des Gesundheitsamtes:

Im Schlachtbetrieb von Westfleisch in Coesfeld wurden inzwischen über 195 Arbeiter positiv getestet. Dies ist - der Öffentlichkeit - seit Freitag bekannt und der Schlachtbetrieb musste geschlossen werden.

 

Das Gesundheitsamt Gelsenkirchen lässt sich Zeit. Der Schlachtbetrieb von Westfleisch soll nämlich in Gelsenkirchen erst am Montag getestet werden. Das ist eine Gefährdung der Gesundheit in Gelsenkirchen. Diese Verschleppung ist nicht zu akzeptieren. Alle Beschäftigten von Westfleisch müssen sofort getestet und das Ergebnis muss sofort, d.h. am gleichen Tag, veröffentlicht werden.

 

Die Sammelunterkünfte müssen sofort aufgelöst und die Werkarbeiter menschenwürdig untergebracht werden. Der Schlachtbetrieb muss eingestellt werden. Mit haarsträubenden Argumenten hat das Gesundheitsamt Gelsenkirchen die 1. Mai-Kundgebung in Gelsenkirchen verboten: angeblich könnten die gesundheitlichen Vorschriften nicht eingehalten werden.

 

Nun, seit Beginn der Corona-Krise ist bekannt, dass in solchen Sammelunterkünften weder ein Abstand noch Hygiene-Maßnahmen, die einer Pandemie entsprechen, eingehalten werden können. Dadurch wird doch seit Wochen die Gesundheit dieser Werkarbeiter und der Gelsenkirchener gefährdet. Ich fordere deshalb das Gesundheitsamt auf, sofort seinen Aufgaben vollumfänglich nachzukommen.