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Krisenbewältigung im Co-Management?

In einer Umfrage des Unternehmerverband Südwestmetall schließt knapp die Hälfte der Betriebe Kündigungen nicht mehr aus.

Korrespondenz

Unter dem Titel „Beitrag (der Beschäftigten zur) Krisenbewältigung und Beschäftigungssicherung“ fordert Südwestmetall: Weg mit der tariflichen Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, Streichung vom T-ZUG-Zusatzbetrag, Verschiebung/Streichung vom Urlaubsgeld, mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit usw. Damit wollen v.a. die Konzerne die Lasten der verschiedenen Krisen auf die Arbeiter und die Masse der Angestellten abwälzen und deren Ausbeutung erheblich verschärfen. Dazu gehört auch die Forderung, die Einschränkung sachgrundloser Befristungen aufzuheben.

 

„Beschäftigungssicherung“ von Arbeitsplätzen mit regulären Verträgen sieht anders aus! Mit Recht lehnt dies der IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger ab: "Dagegen werden wir uns entschieden zur Wehr setzen!"

 

Aber wie? Zitzelsberger stellt klar: "Selbstverständlich sind wir uns der schwierigen wirtschaftlichen Situation etlicher Unternehmen bewusst.“ Aufgabe der Gewerkschaften aber ist es, sich für die wirtschaftliche Situation und die Anliegen der Gewerkschaftsmitglieder einzusetzen. Und das geht nur durch gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen. Die sind gerade in der Krise gefordert und notwendig.

 

Doch davon will der Bezirksleiter nichts wissen, er sucht die Klassenzusammenarbeit. „Gerade in diesen Zeiten ist ein enger Dialog von Gewerkschaften und Politik wichtig. Das setzen wir gerne fort“. So wie in der letzten Metall-Tarifrunde, oder bei der Absage von 1. Mai-Aktivitäten auf der Straße durch den DGB- Vorstand? Jetzt praktizieren viele reformistische Gewerkschaftsführer eine neue Qualität des (Krisen-)Co-Managements. In den kapitalistischen Krisen, wo sich die Klassengegensätze zuspitzen, sehen sie die Stunde der „Sozialpartnerschaft“, fühlen sich zum Arzt am Krankenbett des Kapitalismus berufen und opfern die Arbeiterinteressen auf dem Altar der kapitalistischen Profitinteressen.

 

Das ist nicht akzeptabel! Wir brauchen die Gewerkschaften als Kampforganisationen. Gerade jetzt!