ThyssenKrupp

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Schluss mit der Politik der verbrannten Erde!

Mit den Beschlüssen des Aufsichtsrats von ThyssenKrupp am Montag, dem 18. Mai, wird die Ausrichtung auf Weltmarktbeherrschung weiter vorangetrieben. Damit einher geht eine weitere massive Welle der Arbeitsplatzvernichtung.

Von fh
Schluss mit der Politik der verbrannten Erde!

Nur diejenigen Sparten sollen im Konzern bleiben, die an der Weltmarktspitze mithalten und Maximalprofit abwerfen können. Das sind vor allem Schmieden, Großwälzlager und Autozulieferer. Marineschiffbau und Stahl sollen mit Konkurrenten fusioniert werden, ein Verkauf der Anteilsmehrheit wird nicht ausgeschlossen. Daneben soll eine Art „Bad-Bank“ mit den zu schließenden oder abzustoßenden Bereichen gebildet werden. Dazu gehören unter anderem Federn, Stabilisatoren, Grobblech, Powertrain, aber auch das Edelstahlwerk Terni in Italien. Insgesamt sollen so 20.000 Beschäftigte ausgegliedert werden. Und das alles zusätzlich zu der ohnehin bereits geplanten Vernichtung von 3.000 Arbeitsplätzen.

Konzern- und länderübergreifender Kampf um jeden Arbeitsplatz

Die gesamte Konzernbelegschaft von ThyssenKrupp ist herausgefordert, diesem Kahlschlag den Kampf anzusagen. In der Stahlindustrie muss der konzern- und länderübergreifende Kampf um jeden Arbeitsplatz und für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich vorbereitet werden. Die IG Metall titelt in ihren „Stahlnachrichten“ vom 22. Mai: „Das machen wir nicht mit!“ - im weiteren Text des Flugblatts zeigt sich dann allerdings, dass die Gewerkschaftsführer in Wirklichkeit doch alles mitmachen, mit einer einzigen Bedingung: Thyssenkrupp müsse Mehrheitsaktionär in der Stahlsparte bleiben. Diese Kapitulationserklärung kann nicht akzeptiert werden!

 

Die Konzernchefin Martina Merz erklärt frech, die Corona-Pandemie helfe jetzt, „Problemlösungen zu erzwingen“, wo sie bisher an „Egos oder an Denkverboten oder kulturellen Hürden“ gescheitert seien. Es werde „in Zukunft keine Ausreden mehr geben“. "Egos" gibt es mit Sicherheit bei den Vorstandsmitgliedern, die zum Hohn für die Belegschaft auf sage und schreibe 10 Prozent(!) ihrer Bezüge verzichten und das für volle drei Monate! Dagegen mutet sie einem großen Teil der Belegschaft eine Kürzung um 20 Prozent zu, wenn die Kurzarbeitergeld nur auf 80 Prozent des Monatslohns aufgestockt werden.

Größtes "Denkverbot": Der Antikommunismus!

„Denkverbote“ werden den Stahlarbeitern doch nur von den Kapitalisten und ihren Propagandisten auferlegt. Das größte Denkverbot ist der Antikommunismus, der uns daran hindern soll, die naheliegenden Fragen zu stellen: Warum kann die Wirtschaft nicht planmäßig an den Bedürfnissen der Massen und am Schutz der Umwelt ausgerichtet sein? Warum kann nicht weltweit Hand in Hand gearbeitet werden statt der mörderischen Vernichtungsschlacht um den Weltmarkt? Wenn die Corona-Krise eins zeigt, dann, dass unsere Zukunft bei den Kapitalisten und ihren Regierungen in den schlechtesten Händen ist.

Arbeiter sollen an sozialchauvinistische Denkweise gewöhnt werden!

Wenn NRW-Ministerpräsident Armin Laschet auf einer Linie mit der IG-Metall- und Betriebsratsspitze eine „deutsche Lösung“ für den Stahlbereich fordert und vor „Ausverkauf an das Ausland“ warnen, dann zielt das darauf, dass sich die Arbeiterinnen und Arbeiter an die sozialchauvinistische Denkweise gewöhnen, sich ihr anpassen. Ja ist es denn besser, von einem deutschen Kapitalisten ausgebeutet zu werden statt von einem indischen oder australischen?

Das Chaos bei ThyssenKrupp liegt nicht am Coronavirus!

Peter Römmele, Stahlarbeiter bei TKS und Landesvorsitzender der MLPD in NRW, erklärt dazu: „Die Krise und das Chaos bei ThyssenKrupp, das liegt nicht am Coronavirus, das die angeblich tolle Strategie 20-30 verhagelt. Der Konzern ist von der Wechselwirkung von Überproduktions-, Struktur-, Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen. Das ist brutaler kapitalistischer Konkurrenzkampf. Der Konzern, der zurückfällt, wird zerschlagen, mit allen dramatischen Folgen für uns Arbeiter, unsere Familien, die Städte und Kommunen. Davon kann das Ruhrgebiet ein Lied singen. Bei ThyssenKrupp wird jetzt die offene Zerschlagung des gesamten Konzerns eingeleitet. Wir Arbeiter müssen unseren eigenen Kopf gebrauchen und uns von Illusionen, dass eine „deutsche Stahl-AG“ die Arbeitsplätze retten würde, nicht verrückt machen lassen, sondern beginnen, den Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz bei ThyssenKrupp und im ganzen Revier, für Umwelt und Gesundheitsschutz, demokratische Rechte und Freiheiten zu führen. Das setzt die Frage einer gesellschaftlichen Perspektive – des echten Sozialismus-  neu auf die Tagesordnung. Die Betriebsgruppen der MLPD in den Stahlbetrieben werden sich für einen solchen Kampf engagieren und den Belegschaften helfen, ihre eigene Sache in die eigene Hand zu nehmen. Schluss mit der Politik der verbrannten Erde!“

Erfahrungen verarbeiten

In den Info-Runden bei TKS verarbeiten die Kollegen auch die geplatzte Fusion mit Tata und die Zustimmung der IG Metall zum Abbau von 3000 Arbeitsplätzen: „Wollen die uns verarschen, die Fusion mit Tata ist geplatzt, jetzt fängt dasselbe Spiel schon wieder an. Sollen wir etwa auf noch mehr Arbeitsplätze verzichten?“ „Siehst du, erst wurden wir mit dem Tarifvertrag beruhigt, keiner fragte uns, jetzt gehen Sie einen Schritt weiter“ "Das dürfen wir wir uns nicht gefallen lassen!“ Wichtig ist auch, dass die Stahlarbeiter sich auch mit den Erfahrungen im Bergbau vertraut machen.

 

Das letzte Wort werden die Arbeiter haben.