Corona-Hotspot

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Seit Mitte April 60 Tote in Gesundheitsberufen mit SARS-CoV-2-Infektion

Die „Süddeutsche Zeitung“ meldet, dass elf Prozent der Corona-Fälle Menschen in Gesundheitsberufen sind. Seit Mitte April haben sich täglich durchschnittlich 230 Beschäftigten von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen angesteckt, an manchen Tagen jeder fünfte gemeldete Fall.

Korrespondenz
Seit Mitte April 60 Tote in Gesundheitsberufen mit SARS-CoV-2-Infektion
Weltweit arbeiten Menschen in Krankenhäusern und Heimen engagiert - trotz kritikwürdiger Arbeitsbedingungen (foto: Fars News Agency (CC -BY 4.0)

Insgesamt sind das nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 20.000 Beschäftigte aus Kliniken, Praxen, Rettungsdiensten oder Pflegeheimen. 894 Menschen mussten stationär behandelt werden und 60 Infizierte sind an Covid-19 gestorben. Diese Toten hat auch die Bundesregierung zu verantworten - weil sie nicht für ausreichenden Schutz der Beschäftigten gesorgt hat und mit der Politik der Kommerzialisierung des Gesundheitswesens Personal und Schutzausrüstung verknappt wurden.

 

Das RKI schrieb schon am 15. April: „Ein Grund dafür, dass der Rückgang der Neuerkrankungen trotz der gravierenden Maßnahmen nur relativ langsam passiert, ist, dass sich das Virus nach dem 18. März stärker auch unter älteren Menschen ausbreitet und wir zunehmend auch Ausbrüche in Pflegeheimen und Krankenhäusern beobachten.“¹ Welche Erkenntnis! Und welche Konsequenzen? Sprechblasen über Solidarität. Keine Altenpflegerin hat sich je träumen lassen, dass sich ihr Arbeitsplatz als Todeszone entpuppen könnte.

 

Bis heute fehlt es in diesen Bereichen nach wie vor vor allem an Schutzausrüstung. Es fehlt immer noch an Masken und Handschuhen - von systematischer Testung ganz zu schweigen. Nein, man entschied, dass auch positiv Getestete Dienst tun sollten, solange sie keine Symptome zeigen! Das sind rücksichtslose Methoden, nur um die Dienste unter diesen Mangel-Bedingungen aufrechtzuerhalten.