Antikommunismus

Antikommunismus

Warum der Chef Deutscher Kriminalbeamter allergisch auf die MLPD ist …

Im Allgemeinen waren sich die deutschen Fernsehsender in den letzten Jahrzehnten einig, wie man sich gegenüber der MLPD zu verhalten hat: totschweigen. Doch es gibt einen Mann, der bereit ist, mit diesem Dogma zu brechen. Er hat die Zeichen der Zeit erkannt und befasst sich bei seinen Fernsehauftritten immer wieder mit der Gefahr der MLPD. Sein Name ist Sebastian Fiedler, Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. Ein Antikommunist aus dem Bilderbuch.

Von lg
Warum der Chef Deutscher Kriminalbeamter allergisch auf die MLPD ist …
(rf-grafik)

Gestern, 19. Mai, war er Gast bei "Markus Lanz" im ZDF. Eigentlich ging es in der Sendung um Corona und Krisenmanagement, wobei sich auch mit den derzeitigen sogenannten „Hygienedemos“ befasst wurde. Doch Fiedler kann es nicht lassen, die breite Kritik an deren reaktionären Positionen in eine verschwurbelte „Extremismuskritik“ umzumünzen.

Fiedler vs. MLPD

So ließ er sich aus: „Wir haben in unterschiedlichen Facetten … gesellschaftliche Debatten die aufbranden, und wo dann legitimer Meinungsstreit auf der Straße mit den Mitteln des Versammlungsrechts ausgetragen wird. Das halte ich für absolut legitim und vollkommen in Ordnung“ doch: das „mischt (sich) mit Gruppierungen, die wir eher so im radikalen und extremistischen Bereich sehen. Das sehen wir hier auch (Hygienedemos – der Verfasser), das haben wir bei Pegida gesehen. Ich nehme aber noch ein anderes Beispiel, das wird vielleicht etwas überraschen.“ (Allerdings! - Der Verfasser) „Wir haben vor einiger Zeit viele Demonstrationen gegen Länderpolizeigesetze und Polizeiaufgabengesetze gesehen.“ (Immerhin schon zwei Jahre her! - der Verfasser) „Auch da habe ich mir damals schon heftige Diskussionen eingefangen, …“ (Aha, gut zu wissen, dass sie sich dafür viel Kritik eingefangen haben! - der Verfasser) „als ich kritisiert habe, dass die Grünen, teils übrigens auch die Jusos, gemeinsam mit der Interventionistischen Linken, der MLPD, also Leuten, auf die der Verfassungsschutz ein Auge wirft, gemeinsam eine Demonstration starten. Ich glaube das ist ein wichtiger Impuls, wo ich mir wünschen würde, dass die Politik ihn lauter ausspricht.“

 

Und unverhohlen fordert er auf: „Dass man versucht, in der Gesellschaft darauf hinzuwirken; … dass man versucht, sich abzugrenzen von denjenigen, bei denen unsere Verfassungsschützer sagen, sie stehen außerhalb unseres verfassungsmäßigen Rahmens, und sie haben ihre Programmatik darauf angelegt, gerade diese verfassungsmäßige Ordnung aufzugeben oder zu beseitigen.“

"Verfassungsschutz" soll die moralische Hoheit darüber haben, wer gegen ihn protestieren darf?

Der Reihe nach: Die Regierung entwickelt sich nach rechts (an den Polizeigesetzen offensichtlich), der Staatsapparat mitsamt seinem Geheimdienst „Verfassungsschutz“ macht eine Tendenz zur Faschisierung durch. Dagegen regt sich berechtigter Protest von Oppositionellen aller Art. Die konsequentesten sind Revolutionäre, Marxisten-Leninisten, auf die der deutsche Geheimdienst in seiner Geschichte noch nie gut zu sprechen war. Nun soll eben jener Geheimdienst und Staatsapparat, gegen den protestiert wird, die moralische Hoheit darüber haben, wer mit wem gegen ihn demonstrieren darf?! Wie wäre es, wenn man demnächst bei Antifa-Demos die Nazis vorher fragt, welche Breite die gegnerische Aktionseinheit denn bitte haben darf. Eine Variante wäre auch, RWE um eine Empfehlung zu bitten, ob denn die radikalsten Umweltschützer des Hambacher Forsts nicht doch besser von den Demonstrationen gegen RWE ausgeschlossen werden sollten. Bei allem Respekt Herr Fiedler, aber da überschreiten Sie ihre Kompetenzen.

 

Doch als MLPD kann man nur dankbar für die offenen Worte sein. Immerhin gab es in vielen sozialen Bewegungen der letzten Jahre Akteure, die exakt Fiedlers Anweisungen umzusetzen versuchten, die MLPD aus Aktionseinheiten auszuschließen. In autoritärer Manier „erwartet“ Herr Fiedler von Demonstranten „Absetzbewegungen von denjenigen, die sich am extremistischen Rand bewegen“ (wobei mit extremistisch zu Unrecht die MLPD und andere konsequent Linke gemeint sind). Das Motiv des Herrn Kriminalkommissars: Man müsse „Wert (darauf) legen …, dass wir die Bindungswirkung in der Gesellschaft steigern“, also der kapitalistischen Gesellschaft, „da haben wir ein ureigenes Interesse daran“, denn, und nun wird es plump: „je weniger Theater in der Gesellschaft haben wir auch, und je weniger haben wir zu tun.“

 

Nun denn. Faulheit kann auch ein Motiv für Antikommunismus sein. Auf dass Herr Fiedler noch viel zu tun haben wird.

 

Hier ist der Link zur Sendung von Markus Lanz aus der ZDF-Mediathek (Bis zum 18. Juni zu finden)!

 

Hier ist der ganze O-Ton von Sebastian Fiedler bei "Markus Lanz"!