Protesttag gegen Inbetriebnahme von Datteln IV

Protesttag gegen Inbetriebnahme von Datteln IV

12. Bergarbeiterdemo setzt Zeichen ...

... für die Einheit des Kampfs um Arbeitsplätze und Umweltschutz und für die Einheit von Arbeiter- und Umweltbewegung.

Von Landesleitung Nordrhein-Westfalen der MLPD
12. Bergarbeiterdemo setzt Zeichen ...

Die selbständige Bergarbeiterdemo war Bestandteil eines ganzen Protesttags, der heute gegen die Inbetriebnahme von Datteln IV stattfand. Umweltaktivisten, Ende Gelände, Fridays for Future, viele Jugendliche waren vor Ort. Es war etwas Neues! Bergarbeiter- und Umweltprotest gemeinsam.

 

Bei der Bevölkerung in Datteln sorgte diese Demonstration durch die Stadt zum Kraftwerk für Aufsehen und eine breite positive Resonanz. Die seit Monaten um ihre Arbeitsplätze und Rechte kämpfenden nichtanpassungsberechtigten Kumpel demonstrierten gemeinsam mit der kämpferischen Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF, der MLPD, Frauen vom Frauenverband Courage, Delegationen der Umweltgewerkschaft und des Jugendverbands REBELL. Auch Metaller und Stahlarbeiter, Kinder von Bergarbeitern und einige Bergarbeiterfrauen waren dabei.

Wir brauchen Arbeit und eine intakte Umwelt!

„Es geht nicht, dass der Meiler Datteln IV in Betrieb geht und mit blutiger Importkohle befeuert wird, während die Bergleute entlassen werden“, so der Anmelder der heutigen Bergarbeiterdemonstration. Mit 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gestartet, wuchs die Demonstration auf rund 250 Teilnehmer an, die Mehrheit Bergleute. Zahlreiche Exemplare der Bergarbeiterzeitung "Vortrieb“, des Corona-Schutzprogramms und des Parteiprogramms der MLPD wechselten den Besitzer.

 

Das Offene Mikrofon wurde einvernehmlich von der ganzen Demonstration genutzt. Christian Link, Sprecher von Kumpel für AUF, sprach dort Klartext. "Es sind die gleichen Verursacher, Energiekonzerne und RAG, die die Arbeitsplätze vernichten und unsere Umwelt zerstören, wir brauchen beides, um zu leben: Arbeit und eine intakte Umwelt. Es geht um die Existenz der Menschheit. Dass sich Arbeiter- und Umweltbewegung verbinden, ist für die ganze Zukunft sehr wichtig."

 

Gabi Fechtner, die Parteivorsitzende der MLPD, zerpflückte die ganzen Lügen, wo Bergleuten und Bevölkerung erzählt wurde, die Stilllegung des Steinkohlebergbaus diene dem Umweltschutz. Sie rechnete mit dem ganzen Konglomerat von herrschenden Konzernen, Staat und bürgerlichen Parteien ab. Jetzt wird mit Datteln IV ein Kraftwerk in Betrieb genommen, das 50 Jahre laufen soll und mit 40 Millionen Tonnen CO2, zusätzlich, zig Tonnen Feinstaub usw. unsere Umwelt vergiften wird. Das wird u.a. von CDU und SPD als im Interesse der Arbeitsplätze verkauft! „Es ging ihnen noch nie um die Arbeitsplätze, es geht ihnen um Profit und die Beherrschung des Weltmarkts.“ Sie griff an, wie sich die Herrschenden das Recht herausnehmen, ihre Lügen zu verbreiten, die Kumpel rauszuschmeißen, nachdem sie ihre Gesundheit auf dem Bergwerk gelassen haben, und Datteln IV mit allen Folgen für Menschen um Umwelt in Betrieb zu nehmen. Den Konzernen Hunderte Milliarden in den Rachen werfen, während jeden Tag neue Massenentlassungen angekündigt werden. Sie warb für die einzige Alternative, eine sozialistische Gesellschaft.

Mit den Arbeitern kann man so nicht umspringen!

„Das ist eine Kampfansage der Bergleute an die Diktatur der Monopole, mit den Arbeitern kann man so nicht umspringen!“ brachte es der Bergmann Günter Belka auf den Punkt. In unzähligen Gesprächen prangerten die Kumpel den unwürdigen Umgang mit ihnen an, wo das Arbeitsamt Marl z.B. zur „Intensivbetreuung“, d.h. Druck machen, übergegangen ist. Die Kumpel waren in großer Zahl trotz der Kurzfristigkeit gekommen.

 

Die vielen Beiträge wie von Alex vom Jugendverband REBELL; von Maren, der Sprecherin des Bundesvorstandes der Umweltgewerkschaft; der Bergarbeiterfrau Klaudia Scholz aus Herne, die heute gegen den Ausbau der Gifthalde dort kämpft, machten die ganze Bandbreite dieses Kampfs für die Zukunft der Jugend deutlich.

Kohleausstieg nicht auf dem Rücken der Arbeiter austragen

Günther Bittel von der über 100 Ärzte starken Initiative für die Gesundheit der Bergleute kritisierte zurecht die Forderung „Kohle stopp“. "Es muss Stopp der Kohleverbrennung gefordert werden. Der wertvolle Rohstoff Kohle wird gebraucht für die Dialyse, Aktivkohlefilter zur Reinigung der Umweltgifte.“

 

Bei der Abschlusskundgebung, direkt vor dem Meiler Datteln IV, sprach auch Kim Solievna, eine Sprecherin der kämpferischen Initiative „EndeGelände“. Sie betonte: "Wir sind nicht einfach für Klimaschutz, wir stehen für Klimagerechtigkeit. Das heißt, für den Kohleaustieg, aber auch dafür, dass er nicht auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen wird - hier, in Russland oder in Kolumbien, wo insbesondere Kinder und die indigenen Völker unter dieser Kohlepolitik leiden. In Kolumbien werden jährlich hunderte Umweltschützer für die Blutkohle umgebracht, die nun in Datteln verheizt wird. Das heißt auch, dass wir für die Beschäftigten Sozialverträglichkeit fordern.“

 

Andreas Tadysiak, der Hauptkoordinator der kämpferischen und klassenkämpferischen Internationalen Bergarbeiterkoordination berichtete, dass diese die Kampfeinheit über Ländergrenzen hinweg organisiert. Auch junge Umweltkämpfer der antikapitalistischen Plattform in der FFF-Bewegung nahmen teil. Im Anschluss machten sich Vertreter der kämpferischen Bergarbeiterbewegung auf, um bei bei weiteren Protesten gegen die Inbetriebnahme von Datteln IV zu sprechen.

Arbeiter- und Umweltbewegung müssen an einem Strang ziehen

Die FFF-Kundgebung vereinigte sich in einem Demozug mit EndeGelände. Auf der dortigen Kundgebung sprach Andreas Tadysiak, unter großem Zuspruch und Beifall, dass die Kumpel sich gegen die Kohleverbrennung zur Wehr setzen, die Arbeiter Umweltschutz und Arbeitsplätze brauchen und an ihrem internationalen Zusammenschluss arbeiten. Hannes Stockert, der umweltpolitische Sprecher der MLPD, stellte in seinem Redebeitrag drei Gedanken zur Diskussion: Dass Arbeiter und Umweltbewegung an einem Strang ziehen müssen, dass sich der Widerstand gegen Uniper, einen der Hauptverursacher der Umweltzerstörung richten muss, und dass er eine gesellschaftsverändernde Richtung erhalten muss. „Klar braucht es Sofortmaßnahmen, aber es muss sich auch grundsätzlich, gesellschaftlich etwas ändern!“

 

Dieser kämpferische Tag heute sandte das Signal aus, den Kampf um die Lösung der Umwelt- und der sozialen Frage als Einheit zu führen.