Argument zu Corona

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Der bürgerliche Aufschrei für „Pressefreiheit“

Die Gewaltattacke auf ein "ZDF"-Team der „heute show“ um den Comedian Abdelkarim am 1. Mai stieß zu Recht bundesweit auf Empörung.¹

Von wr

Riesen-Schlagzeilen bekam Innenminister Horst Seehofers Solidarität mit den Betroffenen. Er betonte das hohe Gut der Pressefreiheit. Dass am selben Tag eine Kamera-Assistentin von einem Polizisten niedergeschlagen wurde, als sie Polizeiübergriffe gegen Demonstranten filmen wollte, war kaum eine Zeile wert.

 

Am 19. Mai förderte die Journalistin Johanna Christner bei faz-net folgenden Sachverhalt zu Tage: Der zu den führenden Köpfen der reaktionären Bewegung der „Hygiene-Demos" zählende Ken Jebsen mietete für seinen Kanal Studioräume der Produktionsfirma TV United. Zeitgleich buchten nebenan die Produzenten von Oliver Welkes heute show einen Raum. Ken Jebsen berichtete auf seinem Kanal just einen Tag vorher über deren geplanten Drehtermin am 1. Mai. Zufall?

 

Spiegel-TV recherchierte und fand weitere „Zufälligkeiten“. Die Firma TV United erstattete am 4. Mai Anzeige beim Landeskriminalamt. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin nahm die Ermittlungen „nach allen Richtungen“ auf. Und sie erklärte nun: Die Tatsache, dass Ken Jebsens „Ressentiments gegen etablierte Medien schüre“ sei kein Beweis für eine Täterschaft. Ein solcher Schluss sei „reine Spekulation“.

 

Wer hält eigentlich die schützende Hand über reaktionärer Drahtzieher und Spalter? Wer hat entschieden, dass die Massenmedien am 1. Mai am selben Tag erst mal nichts über die gut Hundert Maikundgebungen mit MLPD-Beteiligung brachten? Darüber was in den bürgerlichen Leitmedien groß aufgebauscht und was zur Fußnote degradiert oder möglichst ganz verschwiegen werden soll, entscheidet maßgeblich der dem Ministerium unterstellte Geheimdienst „Verfassungsschutz“. So wurde ein Bericht über das Attentat mit der ausdrücklichen Erwähnung, dass die Tat von "Linken" verübt worden sein könnte, noch am gleichen Tag in den Hauptnachrichten lanciert.