Corona

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Für viele ist dieses Jahr kein Urlaub drin

In der letzten Woche ging es im Fernsehen ja nur noch um die Aufhebung der Reise- und Urlaubsbeschränkungen.

Von gp

Da kommt man sich als Arbeiter bei einem großen Automobilzulieferer irgendwie vor wie im falschen Film. Denn für viele Arbeiterinnen und Arbeiter steht beim Urlaub nicht nur die Frage der möglichen Gesundheitsgefährdung im Raum. Durch die von der Corona-Krise verschärfte Wirtschafts- und Finanzkrise wurden viele Leiharbeiter oder Arbeiter von Werksvertragsfirmen einfach entlassen. Sie können wegen Existenzsorgen weitgehend keinen Urlaub mehr planen.

 

Für die vielen Arbeiterinnen und Arbeiter der Metall- und Elektroindustrie wurde von der IG-Metall-Führung mit dem Unternehmerverband ein Tarifvertrag - über die Köpfe der Gewerkschafter an der Basis hinweg - vereinbart. Dieser sieht bei Kurzarbeit die Aufstockung des Monatsgehalts auf 80 Prozent vom Nettolohn vor. Jedoch wird diese Aufstockung nicht von den Unternehmern bezahlt, sondern durch die Aufteilung unseres Jahresurlaubs- und Weihnachtsgelds auf die einzelnen Monate plus einem einmaligen Betrag von 350 Euro durch das Unternehmen. Die Gelder, die für den Urlaub, für Weihnachtsgeschenke und Anschaffungen in 2020 ausgegeben werden könnten, gehen jetzt also für monatliche Miete, den Einkauf der Lebensmittel und so weiter drauf! Wer kann sich also da noch einen größeren Urlaub erlauben? Entgegen den Sonntagsreden von Merkel, Scholz & Co werden die Corona-Krise und die kapitalistische Weltwirtschafts- und Finanzkrise auf uns abgewälzt, während die Profite für die Großkonzerne „gerettet“ werden.