Argument

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Gegen beschleunigtes Artensterben - „erst mal mit den guten Sachen anfangen“?

Am 19. Mai wurde vom Bundesumweltamt der neue Bericht zur „Lage der Natur“ vorgestellt. Er bestätigt die dramatische negative Entwicklung von wichtigen Lebensräumen und Ökosystemen.

Korrespondenz

Zweidrittel der Lebensräume befinden sich aus Sicht des Artenschutzes in einem unzureichenden oder schlechten Zustand. Teilweise gibt es einen Rückgang von über 75 Prozent an Biomasse bei fliegenden Insekten innerhalb der letzten 27 Jahre - sogar in Naturschutzgebieten. Der Bestand an Brutvogelarten sank in den letzten 12 Jahren um ein Drittel.


Doch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wollte bei der Pressekonferenz „erst mal mit den guten Sachen anfangen“. Die Spannung wurde schnell enttäuscht. Lediglich einzelne positiven Infos: Dass zum Beispiel in den letzten sechs Jahren zwei Fledermaus-Arten in einem Ampelsystem von rot auf gelb gesprungen sind und es auch den Steinböcken in den Alpen gut geht. Liebe Frau Schulze, so sehr das jeden umweltliebenden Menschen erfreut … das Absterben ganzer Ökosysteme ist damit aber nicht verhindert.

Die "krisenfeste Gesellschaft" der Umweltministerin

Das Überleben der Menschheit und Funktionieren ganzer Ökosysteme steht auf dem Spiel. Doch Frau Schulze schwadroniert über die Mops-Fledermaus, die nicht mehr so ganz so stark gefährdet ist. Und führt dann aus: „Unser Leitbild sollte eine krisenfeste Gesellschaft sein.“ Was soll das sein? Der heutige Kapitalismus bringt gesetzmäßig immer tiefere und allseitige Krisen hervor. Den Sozialismus, der mit den gesetzmäßigen Krisen des Kapitalismus tatsächlich Schluss macht, wird Frau Schulze kaum gemeint haben.

 

Doch nur eine Gesellschaft, in der der Mensch in Einheit mit der Natur im Mittelpunkt steht, kann krisenfrei sein. Den Kampf für die sozialistische Perspektive zu stärken, ist die beste Schlussfolgerung aus der dramatischen „Lage der Natur“.