Albstadt

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Karliczek provoziert Lehrer, Schüler und Eltern

Gestern forderte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) vollen Unterricht nach den Sommerferien.

Korrespondenz
Karliczek provoziert Lehrer, Schüler und Eltern

„Jede Schule in jedem Land muss sich das Ziel setzen: Nach den Ferien muss überall ein strukturierter Unterricht angeboten werden – und zwar so, dass möglichst ein volles Schulprogramm gewährleistet ist, wie auch immer!" Und: „Zur Not sollten Schulen Container aufstellen“1.

 

Eine Provokation. Beispiel Baden-Württemberg: Das Hauptproblem ist nicht die Möglichkeit der Einhaltung von Abstandsregeln und Hygieneaustattung. Hauptprobleme sind der Lehrermangel und der hohe Anteil an Lehrerinnen und Lehrern, die aufgrund des Alters oder von Vorerkrankungen einer Risikogruppe angehören. Der Unterrichtsausfall, besonders an Grund- und Sonderschulen in ländlichen Regionen, war schon zu Beginn dieses Schuljahres gravierend.

 

Rektoren haben aktuell größte Probleme, den Unterricht, sei es Notversorgung, tage- oder wochenweise abwechselnden Unterricht usw. zu gewährleisten. Zurecht bezweifelt die GEW Baden-Württemberg, dass es überhaupt genug Lehrer für die beabsichtigte erweiterte Schulöffnung nach den Pfingstferien gibt. Karlizcek erhöht den Druck, ohne ausreichenden Schutz zu arbeiten.

 

Ich selbst unterrichte seit einigen Jahren „übergangsweise“ in einem Container: Darin können maximal acht Schüler unterrichtet werden, wenn die notwendigen Abstände eingehalten werden sollen.

 

Die Forderung des Jugendverbands REBELL und der MLPD „Lehrer aus Risikogruppen schonen – dafür mehr Personal und weitere geeignete Kräfte einstellen wie Lehramtsstudierende“ ist richtig.(2) Ein Vorschlag von mir: Versammlungen von Vertretern der Lehrer, Eltern und Schüler zur Beratung und Koordinierung des Unterrichts einzuberufen statt bürokratischer Vorschriften von inkompetenten Politikern.

 

(1) Rheinische Post
(2) Für Gesundheitsschutz, Bildung, Zukunftsprspektive!