Hagen

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Kleinere Klassen – nicht nur zu Corona-Zeiten!

Eine Realschullehrerin zur Wiederöffnung der Schulen: „Der Unterricht läuft gerade besser als früher, vieles andere ist chaotisch!“ Chaotisch läuft z.B. die „Einbahnstraßenregelung“ zum Gesundheitsschutz im Schulhaus, die „Pausen am Sitzplatz“, Schüler-Pulks auf dem Schulweg etc.

Korrespondenz

Die Klassen sind gedrittelt worden, damit die Schüler mit Abstand im Unterrichtsraum sitzen. In den jetzt kleineren Lerngruppen (zehn bis zwölf Schülerinnen und Schüler) können Lehrer den Schülern individueller helfen. Der Unterricht sei entspannter und störungsfreier. Hausaufgaben für das selbständige Lernen zu Hause an den drei bis vier Tagen in der Woche ohne Präsenzunterricht könnten besser angeleitet und den Schülern Rückmeldung gegeben werden. Vor allem: Lehrer und Schüler können persönliche Beziehungen verbessern. Denn auch in der Schule ist entscheidend, dass Kinder Bezugspersonen haben, die sie mögen und die sie erziehen. Die derzeitige Unterrichtssituation ist der praktische Beweis für die große Bedeutung der Forderung nach kleineren Klassen (und mehr Lehrern!).

 

Gegen Mängel im Fernunterricht protestierten Eltern. Laut einer neuen Umfrage des Elternvereins NRW unter 1058 Eltern hatten fast ein Drittel von ihnen in den „Homeschooling-Wochen“ keinen Kontakt zu den Lehrern ihrer Kinder. Mehr als die Hälfte der Schüler bekam kein Feedback von Lehren zu den Hausaufgaben. Die meisten Eltern müssen mindestens zwei Stunden täglich für „Nachhilfe“ sorgen. Ein von Eltern gestartete online-Petition für einen Masterplan „Homeschooling“ hat in einer Woche 1000 Unterstützer gefunden.

 

Der Fernunterricht wird noch lange Alltag bleiben. Trotzdem hat die Regierung dafür immer noch kein Konzept. An jeder Schule wird der Fernunterricht anders organisiert. Ohne Plan lässt das Versagen des Krisenmanagements der Regierung hier Platz für die Ausnutzung der Corona-Situation. Kommerzielle Unternehmen wünschen, dass mehr E-Learning auf ihren Plattformen stattfindet. Dass diese Plattformen ihr Angebot aktuell kostenlos zur Verfügung stellen, zielt darauf, in Zukunft eine möglichst starke Marktposition zu erlangen und von dieser zu profitieren.