Rostock

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Kohlekraftwerk abgeschaltet wegen zuviel Wind

Das Kohlekraftwerk des Energieriesen EnBW (Karlsruhe) im Rostocker Überseehafen ist seit Anfang Februar abgeschaltet, wie die Ostseezeitung (OZ) vom 17. Mai 2020 berichtet.

Korrespondenz

Mit dem beschlossenem Kohleausstieg der Bundesregierung oder der notwendigen CO2-Reduzierung hat das aber nichts zu tun, denn der Kohlestrom ist derzeit schlicht zu teuer. Es wird soviel Strom aus erneuerbarer Quellen produziert wie noch nie. Schon seit Januar decken sie den Großteil des Strombedarfs. Laut Nachberechnungen des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme in Freiburg wurden im Februar 20,2 Gigawattstunden (GWh) Strom aus Windkraft erzeugt, was fast die Hälfte der gesamten Stromproduktion in Deutschland ausmacht. Gerade mal 2,5 GWh stammten aus Steinkohlekraftwerken.

 

Durch dieses „Überangebot“ an regenerativer Energie wird der Strompreis immer billiger – nicht für den Verbraucher, aber an der Börse: So kostete z.B. eine  GWh an der europäischen Strombörse Epex Spot in Paris im Oktober 2008 noch mehr als 115.000 Euro, im April 2020 jedoch nur noch 15.000 Euro – also nur noch ein Zehntel! Hieran kann man erahnen, welch riesige Profite die Energiekonzerne aus den umweltschädlichen fossilen Kohlekraftwerken – trotz zeitweiliger Stilllegung -  ziehen.