Das erste Mal in Leipzig

Das erste Mal in Leipzig

Kundgebung und Demonstration anderer Art von „Solidarität International“

Zwischen 400 und 500 Geflüchtete aus Kamerun, Nigeria, Iran, Ghana und weiteren Ländern leben in der Erstaufnahmestelle Dölzig bei Leipzig unter menschenunwürdigen und unhaltbaren Bedingungen.

Korrespondenz
Kundgebung und Demonstration anderer Art von „Solidarität International“
Aufstellung zur Kundgebung (rf-foto)

Am 27. Mai, 18 Uhr, trafen einige sehr mutige und stolze Flüchtlinge mit praktischer Unterstützung und Hilfe von „Solidarität International“ auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig ein. Zusammen mit vielen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern, einer liebevollen Versorgung und einer gelungenen Moderation, ergriffen mehrere Geflüchtete selbst das Wort. Sie berichteten den sehr interessiert und aufmerksam zuhörenden ca. 120 bis 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über ihre Situation und über die Unterbringung in Dölzig.

 

Ihre Fluchtgründe waren vor allem „massive gesellschaftliche und politische Konflikte“ in ihren Ländern. Nur sechs Monate sollten sie in der Erstaufnahmestelle bleiben, wurde ihnen zugesagt. Jetzt leben viele von ihnen seit über einem Jahr mit sechs Personen in einem sehr kleinen Zimmer. Unter den Bedingungen ist es gar nicht möglich, einen Gesundheitsschutz gegen die Verbreitung des Coronavirus einzuhalten.

 

Mit Hilfe des Flüchtlingsrates Leipzig klagen Einzelne von ihnen gegen diese unzumutbaren Zustände. Weitere Redebeiträge gab es vom Flüchtlingsrat Leipzig, vom Jugendverband REBELL Leipzig und von der MLPD, die den Mut der Flüchtlinge genauso hervorhob wie ihren Kampf gegen die Zustände. Viele Spenderinnen und Spender unterstützten die Fahrtkosten zur Teilnahme der Flüchtlinge an der Kundgebung dieser Art.

 

Anschließend fand noch eine Demonstration mit ca. 80 bis 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Landesdirektion statt, um dort die Klagen gegen die Zustände in Dölzig in den Briefkasten zu werfen. Abschließend wurde mehrmals hervorgehoben, dass eine Organisierung unbedingt nötig ist, um zum Erfolg der sofortigen Auflösung der Erstaufnahmestelle zu kommen. Es folgten Tänze zu kurdischen Klängen.