"Progressionsvorbehalt"

"Progressionsvorbehalt"

Kurzarbeit und trotzdem höhere Steuern?

Der steuerrechtlich sperrige „Progressionsvorbehalt“ sorgt dafür, dass nächstes Jahr möglicherweise Millionen Kurzarbeiter Steuern nachzahlen müssen, obwohl sie weniger verdient haben.

Korrespondenz

Wie kommt es dazu? Mit dem „Progressionsvorbehalt“ wird ein Steuerersatz ermittelt, der sich auf die Summe der laufenden zu versteuernden Einkünfte und der steuerfreien Lohnersatzleistungen bezieht. Zu den steuerfreien Lohnersatzleistungen gehören u. a.: Kurzarbeitergeld, Elterngeld, Krankengeld, Arbeitslosengeld, Zuschläge des Unternehmers, die nach dem Corona-Gesetz steuerfrei sind usw.

 

Der so ermittelte Steuersatz ist höher als der Steuersatz, der auf das steuerpflichtige Einkommen erhoben worden ist. Mit diesem höheren Steuersatz wird dann das steuerpflichtige Einkommen besteuert. Obwohl viele also 2020 zum Teil erheblich weniger verdienen werden, müssten sie 2021 Steuern nachzahlen und dazu eine Steuererklärung abgeben.

 

Die deutsche Steuergewerkschaft fordert ein Aussetzen des Progressionsvorbehalts für 2020. Die MLPD fordert die vollständige Abschaffung des „Progressionsvorbehalts“.