Rassismus / USA

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Rassistischer Mord in Minneapolis löst Massenunruhen aus

Schon wieder wurde in den USA ein rassistischer Mord verübt. Am 25. Mai wurde George Floyd, ein 46 Jahre alter Schwarzer, von Derek Chauvin, einem weißen Polizisten, getötet, während drei andere weiße Polizisten zusahen.

Von pi
Rassistischer Mord in Minneapolis löst Massenunruhen aus
Farbige Jugendliche protestieren in Minneapolis gegen den Mord an George Floyd (foto: Workers World Party)

Ein im Internet veröffentlichter Film zeigt, wie der Polizist minutenlang auf George Floyds Genick kniet und ihn erwürgt. Floyd schrie noch: „Ich kann nicht atmen! Mein Bauch tut weh! Mein Hals tut weh! Alles tut weh! Gebt mir etwas Wasser! Bitte! Bitte!“ Er war festgenommen worden, weil er angeblich in einem Lebensmittelgeschäft mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein bezahlen wollte. Die Polizisten wurden entlassen, aber bisher wurde keiner angeklagt oder verhaftet.

 

In den letzten Tagen kam es zu massenhaften Protesten und Unruhen von mehr als 20.000 Schwarzen, Latinos, Indianern und Weißen in der Stadt Minneapolis. Daran nahm auch die revolutionäre Organisation Freedom Road Socialist Organisation (FRSO) teil. Auf ihrer Internetseite schreibt sie: „Ein 5 Kilometer langer Zug füllte die Straßen der Stadt und blockierte dann eine vierspurige Hauptverkehrsstraße. Er begann am Tatort des Mordes... und ging zur Polizeistation auf der Lake Street. Dort gab es heftige Zusammenstöße. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Ziegelsteine zerschmetterten einige Fenster der Polizeistation, ein Polizeiauto wurde zerstört und die Losung 'I can't breathe' („Ich kann nicht atmen“) waren an der Mauer der Polizeistation zu sehen.“

 

Die Demonstranten forderten, dass Mordanklange gegen alle vier Polizisten erhoben wird und dass „Killer-Cops“ gestoppt werden. Die Proteste und Unruhen dauern an. Am Samstag wird es in vielen Städten der USA zu weiteren Protestaktionen kommen. Es kommt auch zu spontanen Plünderungen von Supermärkten. Der Gouverneur von Minnesota hat die Nationalgarde mobilisiert und den Notstand ausgerufen.

 

Die Heftigkeit der Proteste, die extreme Wut, die dort zum Ausdruck kommt, liegt zum einen daran, dass solche rassistischen Morde in den USA keine Seltenheit sind. Vor sechs Jahren wurde Eric Garner in New York von weißen Polizisten getötet. Vor seinem Tod schrie er noch, „I can't breathe“. Dies ist zu einer Losung der Massenproteste geworden. Erst fünf Jahre später wurde der verantwortliche Polizist entlassen, eine Mordanklage fand nicht statt.

 

Die Workers World Party schreibt auf ihrer Internetseite: „Die herrschende Klasse verlässt sich auf die Polizei, um ihre Interessen zu schützen. Deshalb lässt die Polizei bewaffnete Neofaschisten gewähren, die die Wiedereröffnung von Geschäften und Unternehmen während der Pandemie fordern... Aber sie sind mehr als bereit, unbewaffnete Protestierende anzugreifen, die Gerechtigkeit für die Opfer von Polizeigewalt fordern...“

 

Diese Proteste und Unruhen geschehen vor dem Hintergrund der ausgeprägten Wirtschafts- und Corona-Krise in den USA. Fast 40 Millionen Menschen haben seit Mitte März ihren Job verloren. Das sind fast 25 Prozent der Erwerbstätigen. Vor Suppenküchen bilden sich teils kilometerlange Warteschlangen. Über 100.000 Menschen sind schon an dem Corona-Virus gestorben. Schwarze sind dabei überdurchschnittlich betroffen. Die „Freedom Road-Organisation“ (FRSO) schreibt: „...die Pandemie ist ein Desaster für Afroamerikaner. Von denen die für COVID-19 eine Versorgung benötigten, kamen dreimal so viele schwarze Patienten ins Krankenhaus wie Weiße oder Latinos … Afroamerikaner haben die schlechteste Gesundheitsversorgung und sind dem Virus aufgrund der anhaltenden rassistischen Diskriminierung viel mehr ausgesetzt.“

 

Als wichtiger Bestandteil der US-amerikanischen Arbeiterklasse sind sie ein bedeutender Teil, eines noch weitgehend spontanen Aufschwungs für Gesundheitsschutz, Lohnfortzahlung, Gefahrenzulagen und das Recht sich zu organisieren. Der Kampf gegen Rassismus ist in den USA ein untrennbarer Bestandteil des Klassenkampfes gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen und gegen staatliche Unterdrückung. Die Stärkung der Kräfte mit einem revolutionären und marxistisch-leninistischen Anspruch ist eine drängende Notwendigkeit.