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REBELL-Arbeit unter Corona-Bedingungen? Am Anfang gar nicht so einfach …

Im März verkündete Kanzlerin Angela Merkel die Kontaktsperre. Eine Herausforderung für Millionen Jugendliche, die sich 2019 so rebellisch politisiert hatten wie lange nicht. Was darf ich? Was erlauben die Eltern? Die Stimmungsmache: „Alle zusammen gegen das Virus“, als gäbe es keinen Klassenkampf mehr, verfehlte Anfangs seine Wirkung nicht. Eine gezielt gesteuerte Kampagne der Bundesregierung.

Von Verbandsleitung des Jugendverbands REBELL
REBELL-Arbeit unter Corona-Bedingungen? Am Anfang gar nicht so einfach …
Mitglieder des REBELL demonstrieren unter Corona-Bedingungen (rf-foto)

„Der Staat“ - so heißt es in einem Strategiepapier des Innenministeriums - sei „in besonderer Weise auf die zivilgesellschaftliche Solidarität angewiesen“. Wortwörtlich wird der Hashtag „#wirbleibenzuhause“ ins Leben gerufen, der seitdem weder aus dem Fernsehen noch aus Youtube-Videos wegzudenken ist. Wie den rebellischen Geist also auf die Straße tragen? Die tiefe Vertrauenskrise war durch Corona überlagert.

 

Sich nicht zu treffen, alleine durchzublicken und Kurs zu halten – das war ungewohnt, für viele schwer. Mit der MLPD haben wir auch die erste Devise entwickelt: Kein Rebell oder Rotfuchs bleibt alleine! Gesagt, getan: Wir organisierten, dass jeder per Telefon, Videokonferenz, E-Mail oder Besuch betreut wird, seinen Beitrag zahlt, der REBELL sich weiter in Kleingruppen trifft - ein erster Schritt. Auch einige ehemalige Rebellen machten wieder mehr mit.

 

An vielen Orten beteiligten wir uns an Balkondemos mit Musik, Kultur und Protest - zum Beispiel gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik. Wir organisierten Nachbarschaftshilfe getreu der Devise des chinesischen Revolutionärs Mao Zedong: „Dem Volke dienen“. Weiter malten wir mit Kreide unsere Forderungen auf den Boden und hängten Transparente auf. Wir konzentrierten uns mehr auf unsere Wohngebiete. Die Verbandsleitung des REBELL führte so viele Besuche und Beratungen durch wie lange nicht. Rebellen lernten die Politik zu analysieren, Artikel zu schreiben und die Zeit sinnvoll zu nutzen, statt eine Netflix-Serie nach der anderen zu schauen!

 

Sich mit Büchern der MLPD, von Marx, Engels, Lenin etc. zu beschäftigen - das förderte entscheidende Erkenntnisse. Ein Rebell aus Braunschweig berichtete, er dachte anfangs: „Die Kapitalisten würden schon aufpassen, dass sich nichts zu sehr destabilisiert.“ Mit dem Buch „Der staatsmonopolistische Kapitalismus in der BRD“ aus der Reihe REVOLUTIONÄRER WEG wurde ihm klar: „Ich hatte bestimmte Illusionen in den deutschen Staat, als hätten sie alles im Griff.“ Wenn man VW-Chef Herbert Diess im Fernsehen mit dreisten Forderungen sieht, die Regierung das direkt danach wörtlich umsetzt, sieht man die Diktatur der Monopole in Aktion. Eine Rebellin aus Ulm: „Wahnsinn, das Innenministerium fürchtet eine 'Kernschmelze', die das gesamte System in Frage stellt. Die haben eine krassere Einschätzung gehabt als ich.“

 

Die Vorbereitung des 1. Mai wurde zum gemeinsamen Schwerpunkt. Azubis, Schüler, Studenten, Arbeitslose – alle haben Transparente gemalt, Bündnisarbeit gemacht, Flyer gesteckt. In über 40 Städten war der REBELL kämpferisch am 1. Mai bei den Aktionen beteilgt - mit Gesundheitsschutz. Am 8. Mai gedachten wir 75 Jahre Sieg des Sozialismus über den Hitler-Faschismus, Am 9. Mai demonstrierten wir in vier Städten gegen unhaltbare Zustände in den Flüchtlingsunterkünften und anlässlich des zweiten Jahrestags der selbstorganisierten Flüchtlingsdemo in Ellwangen unter dem Motto: „Jetzt reden wir!“

 

Ein wichtiger Punktsieg gelang bei Fridays for Future. In der neuen FFF-Handyapp musste nach fünf Tagen eine spalterische antikommunistische Ausrichtung gelöscht werden. Gemeinsam mit vielen anderen hatte der REBELL gegen Demo-Regeln, protestiert, die auf „netten“ und „nicht radikalen“ Protest orientierten, kritiklose Unterwerfung unter die Polizei und den Ausschluss der MLPD forderten. So zahm wünscht sich die Regierung vielleicht die Rebellion der Jugend! Nicht mit uns.

 

Wir haben gelernt, unsere Kräfte zu konzentrieren, und wollen auch künftig nicht mehr so schnell in Aktionismus verfallen, „nur“ von Demo zu Demo zu rennen. Die Aufstellung der Lenin-Statue wird unser nächste Highlight. Die Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance!“ wollen wir voran bringen. Bleibt gesund und rebellisch!