Kampagnen-Journalismus

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Schluss mit dem Drosten-Bashing!

Bis vor kurzem galt Professor Christian Drosten als die wissenschaftliche Autorität, an der sich auch Bundesregierung und Medien orientieren. Er hatte bereits 2003 den Erreger der Lungenkrankheit SARS mit entdeckt und entwickelte jetzt Anfang des Jahres den PCR-Nachweistest für das neue Coronavirus SARS-CoV2. freigegeben.

Von gb
Schluss mit dem Drosten-Bashing!
Prof. Dr. Christian Drosten (foto: Charité)

Doch jetzt wird Drosten zum Abschuss freigegeben.

 

Die Arbeitsgruppe von Professor Drosten hatte in den letzten Wochen besonders die Infektion und die Virus-Weitergabe von Kindern und Jugendlichen untersucht. Das ist auch dringend nötig, bei dem von Bundes- und Landesregierungen geplanten Tempo der Wiedereröffnung von Schulen und Kindertagesstätten.

 

Wie inzwischen üblich, stellte Drosten die Ergebnisse seiner Untersuchungen auf einen sogenannten Preprint-Server, um anderen Wissenschaftlern die Gelegenheit zu Kritiken und Verbesserungen zu geben, was dann auch der Fall war. Drosten ging darauf ein, und sieht seine Grundaussage, dass Kinder auch ohne Krankheitssymptome das Virus - genauso wie Erwachsene - weitergeben könnten, bestätigt.

 

Es mag sein, dass Drostens Studie methodische Mängel aufweist. Er selber sagt von sich aus, dass die Studie in großer Eile erstellt worden ist. Das ist jedoch nicht seine Schuld, sondern den überhasteten Lockerungen geschuldet.

 

Das passt den herrschenen Monopolen offensichtlich überhaupt nicht in den Kram, da sie zum vollen Hochfahren der Produktion verlangen, dass Eltern sich nicht mehr zu Hause um ihre Kinder kümmern müssen.

 

Die Bild-Zeitung, auch traditionelles Zentralorgan der Monopole bei der Hetze gegen streikende Arbeiter, beschuldigte Drosten der bewussten Fälschung, verlangte von ihm innerhalb einer Stunde eine Stellungnahme zu den konstruierten Vorwürfen und ging 34 Minuten später mit einer Diffamierungskampagne online. Die von der Bild zitierten Kritiker waren von der Zeitung nie gefragt worden, und distanzierten sich in der Zwischenzeit alle von Inhalt und Methode dieser Kampagne.

 

Schon seit Wochen wurden aus Kreisen der „Hygiene-Demos“ unsägliche Vergleiche von Drosten mit dem KZ-Arzt Josef Mengele und wüste Beschimpfungen verbreitet. Inzwischen erhielt er wie der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach eine faschistische Morddrohung. Dagegen muss breit protestiert werden, ebenso gegen das Treiben der Monopole, den Gesundheitsschutz für ihre Maximalprofite zu hintertreiben!