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"37,5-Stunden-Woche: Verrat an allem, wofür wir als Gewerkschafter gekämpft haben!"

"Nur anderthalb Jahre ist die letzte Erpressung her! Für einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2023 (löchrig wie Schweizer Käse) werden jedem von uns schon 1.400 Euro pro Jahr oder acht freie Tage im Jahr weggenommen", schreibt die Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit - OFFENSIV - in ihrem aktuellen Flugblatt.

Von OFFENSIV – Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit
"37,5-Stunden-Woche: Verrat an allem, wofür wir als Gewerkschafter gekämpft haben!"
Spontankundgebung vor Opel Warehousing GmbH Korrespondenz Blick auf die ehemaligen Opel Werke II und III in Bochum - heute Opel Warehousing (foto: Stahlkocher (CC BY Sa 3.0))

Weiter schreibt sie: "Damit wurde unser Tarifvertrag Metall & Elektro bereits aufgebrochen. Jetzt wollen PSA und Opel ihn restlos zertrümmern: Arbeitszeitverlängerung auf 37,5 Stunden in der Woche, unbezahlt, ohne Zeitausgleich, auch für uns als Stammbelegschaft! Das würde jeden von uns über zehn Freischichten im Jahr kosten. Länger arbeiten fürs gleiche Geld: das wäre eine Lohnkürzung von fast 8 Prozent! Die 35-Stundenwoche ist DER Kern unseres Tarifvertrags: fällt der weg, wäre unser Tarifvertrag nur noch eine tote Hülle, die man demnächst ganz entsorgt!

 

Neueinstellungen (also künftige Jungfacharbeiter und nach Opel überführte Kollegen von Neovia) sollen nur noch zum Kontraktlogistik-Tarif beschäftigt werden. Heißt auf deutsch: im eigenen Haus wird ein Niedriglohnsektor geschaffen. Der Druck auf die Stammbelegschaft wird massiv erhöht, um uns aus dem Werk zu drängen!

 

In der Online-Konferenz der Vertrauensleute am 11. Mai sagte Carsten Schulte von der IG Metall, dass Opel noch mehr Kürzungen fordert. Aber allein schon für diese Erpressung darf es keine Zustimmung geben! Wer von uns glaubt denn Opel noch ernsthaft die verlogene Zusage, dass 'dann aber wirklich' Ruhe wäre bis 2025? …

 

Ja, die Corona-Pandemie ist ein ernstes Problem. Aber wir lassen nicht zu, dass sie jetzt Vorwand sein soll, um uns in der Weltwirtschaftskrise immer weiter zu drücken. Betriebsversammlungen und Info-Stunden finden seit Wochen nicht mehr statt - aber 'Sondierungsgespräche' über unsere Zukunft sind okay? Nicht mir uns!"

 

Hier gibt es das komplette Flugblatt