Bristol

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Protestierende werfen Statue von Sklavenhalter in Fluss

Aktivistinnen und Aktivisten haben in der britischen Stadt Bristol die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston gestürzt und ins Hafenbecken geworfen.

Von ANF
Protestierende werfen Statue von Sklavenhalter in Fluss
Der Moment: Die Colston-Statue wird im Avon versenkt (foto: ANF)

Sklavenhalter und Kolonialverbrecher werden in vielen der Kolonialstaaten bis heute mit Statuen und Straßennamen geehrt. Der als „Menschenfreund“ in Bristol mit einer Statue verehrte Edward Colston machte im 17. Jahrhundert ein Vermögen mit der Verschiffung und Misshandlung von Menschen aus Afrika als Sklavinnen und Sklaven. Die Sklavinnen und Skalven wurden auf der Brust gebrandmarkt. Viele starben bei der Überfahrt in den vollkommen überladenen Frachträumen der Schiffe.

 

Immer wieder hatten bereits Menschen gegen die Statue Colstons protestiert und zuletzt hatten sogar 10.000 Menschen in einer Kampagne gegen sie unterschrieben. Nun haben #BlackLivesMatter-Demonstrant*innen die Forderung in die Tat umgesetzt, die Statue gestürzt und in den Fluss Avon geworfen. Zuvor wurde die Statue mit roter Farbe im Gedenken an das von Colston vergossene Blut eingefärbt.

 

Auf dem 1895 errichteten Denkmal war Colston, der mit dem durch Sklavenhandel akkumulierten Reichtümern Schulen und andere „wohltätige Einrichtungen“ in Bristol finanzierte, als „einer der tugendhaftesten und weisesten Söhne der Stadt“ geehrt worden. Gegenüber dem Independent sagte eine der bei der Aktion anwesenden Personen: „Diese Statue war eine Beleidigung für die Menschen in Bristol.“

 

Die Innenministerin Priti Patel verurteilte die Aktion als „äußerst schändlich, völlig inakzeptabel und schieren Vandalismus“. Währenddessen beschrieb Clive Lewis von der Labour Party Colston als jemanden, „der für unermessliches Blutvergießen und Leiden verantwortlich ist.“

 

Hier das Video zur "Versenkung" der Colston-Statue!