DEW Witten

DEW Witten

Verzicht auf Urlaubsgeld: „Das will von meinen Kollegen niemand“

„Das will von meinen Kollegen niemand.“ So ein Vertrauensmann von DEW auf einer öffentlichen Vertrauensleutesitzung am Mittwoch 10. April vor dem IG Metall-Gewerkschaftshaus in Witten.

Korrespondenz

Rund 100 Vertrauensleute sind gekommen und protestierten gegen geplanten Lohnverzicht und Arbeitsplatzabbau. Schon im Februar wurde ein („sozialverträglicher“) Abbau von 270 Arbeitsplätze angekündigt. Auf einer Vertrauensleute-Sitzung am 21. Mai wurden sie über eine mögliche Insolvenz informiert (erpresst), wenn nicht die Landesregierung Kreditbürgschaften und die Belegschaft einer Verschiebung der Auszahlung des Urlaubsgeldes für die nächsten drei Jahre zustimmt.

 

Die eigentlichen Ursachen dieser tiefen Krise des Konzerns werden wohlweislich verschwiegen. Aus der Diskussion wird vollständig die sich vertiefende Weltwirtschafts- und Finanzkrise ausgeklammert und vor allem Missmanagment und Untätigkeit angeprangert. Schmolz + Bickenbach als Anteilseigner von DEW hatte sich in den letzten Jahren stark verkalkuliert.

Der Kauf des französischen Acso-Werk 2018 sollte ihren Marktanteil im Edelstahlbereich voranbringen, was sich aber als vollständiger Flop erwiesen hat. Der mörderische Konkurrenzkampf in der Edelstahl-Branche kommt hier noch dazu. Als Auswirkung des Krisenabschwungs in der Autoindustrie ist die Auftragslage vor allem im Bereich der Zulieferung für Bleche weitgehend zusammengebrochen. Im DEW-Werk Siegen wo die Edelstahl-Schmelzen aus Witten für die Autoindustrie weiterverarbeitet werden, wird schon seit Ende letzten Jahres Kurzarbeit gefahren. Die Notwendig ist den gemeinsamen Kampf der Wittener, Siegener, Hattinger und Krefelder Kollegen zu organisieren. „Wir zahlen nicht für eure Krise!“.