Lenin-Debatte

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Was Woodrow Wilson zum Kampf Sowjetrusslands gegen die imperialistische Intervention sagte

In Gelsenkirchen haben alle bürgerlichen Parteien Schaum vor dem Mund. Grund: Die angeblichen „Gräueltaten Lenins“, als das junge Sowjetrussland sich gegen die Intervention von nach und nach 14 imperialistischen Ländern verteidigte.

Von lg
Was Woodrow Wilson zum Kampf Sowjetrusslands gegen die imperialistische Intervention sagte
Aber das könnte sie doch jetzt sein? Nein, auch das ist nicht die Lenin-Statue für Gelsenkirchen. Die sieht anders aus... (foto: gemeinfrei)

Interessanterweise schickte 1918 der US-amerikanische Präsident Woodrow Wilson genau zu diesem Zeitpunkt Grüße an eine Tagung des Sowjetskongresses und bekundete seine Meinung zum Verteidigungskrieg des sozialistischen Landes. In einem Gespräch mit einer Arbeiterdelegation aus den USA kam Stalin auf dieses Grußwort zu sprechen.

„Hier ist der Wortlaut der 'Begrüßung' Woodrow Wilsons, die er im März 1918 während der Offensive der Truppen des deutschen Kaisers gegen das sowjetische Petrograd an den Sowjetkongreß Rußlands richtete:

'Ich nehme die Tagung des Sowjetkongresses zum Anlaß und möchte im Namen der Völker der Vereinigten Staaten dem russischen Volk meine aufrichtige Sympathie ausdrücken, besonders jetzt, da Deutschland seine Streitkräfte in die Tiefe des Landes vorrücken läßt, um seinen Kampf für die Freiheit zu vereiteln, alle seine Errungenschaften zu vernichten, die deutschen Pläne zu verwirklichen und das russische Volk zu versklaven. Obwohl die Regierung der Vereinigten Staaten gegenwärtig zu ihrem Leidwesen nicht imstande ist, Rußland die unmittelbare Unterstützung zu erweisen, die sie ihm zu erweisen wünscht, möchte ich dem russischen Volk durch den gegenwärtigen Kongreß versichern, daß die Regierung der Vereinigten Staaten alle Möglichkeiten ausnutzen wird, um Rußland von neuem die volle Souveränität und die volle Unabhängigkeit in seinen inneren Angelegenheiten und die völlige Wiederherstellung seiner großen Rolle im Leben Europas und der zeitgenössischen Menschheit zu gewährleisten. Das Volk der Vereinigten Staaten bringt dem Bestreben des russischen Volkes, sich für immer von der Selbstherrschaft zu befreien und seine Geschicke in die eigene Hand zu nehmen, von ganzem Herzen Sympathie entgegen.' (Siehe Prawda Nr. 50 vom 16. März 1918.) (Stalin, Werke, Band 10, S.127)

 

Wilson, eigentlich ein Reaktionär, zeigte sich auch empört darüber, dass Deutschland Sowjetrussland beim Frieden von Brest-Litowsk derart harte Bedingungen aufgezwungen hat – und dass selbst die deutsche Opposition das nicht verurteilte. Wie wahr – und das bis heute. Die Vertreter von SPD, Grünen und CDU in Gelsenkirchen, die heute derart über die Politik Sowjetrussland in den ersten Jahren nach der Oktoberrevolution schimpfen, sollten sich diese Kritik Wilsons hinter die Ohren schreiben. Objektiv stehen sie damit in der Tradition der Kriegslüsternheit und der imperialistischen Ansprüche Deutschlands.

 

Das ganze Gespräch von Stalin mit einer Arbeiterdelegation aus den USA ist in seinen Gesammelten Werken, Band 10, auf S. 81-129 nachzulesen. „Unterredung mit der ersten amerikanischen Arbeiterdelegation – Fragen der Delegation und Antworten des Genossen Stalin“. Empfehlenswert!

 

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