Leserbrief zweier Kollegen

Leserbrief zweier Kollegen

„Die Ustascha hat einen sogenannten 'Serbenschneider' benutzt“

Die "Rote Fahne Redaktion" bedankt sich bei zwei Lesern für eine kritische Rückmeldung zu einem Artikel. Sie schreiben:

Wir schreiben euch als zwei Kollegen aus Rüsselsheim. Wir lesen auch öfter mal Rote Fahne News als Nachrichtenseite, die aus der Perspektive der Arbeiter und einfachen Leute berichtet.

 

In eurem Artikel „Tausende gegen Faschismus und Antikommunismus“ vom 24. Mai 2020 (siehe Rote Fahne News!) berichtet ihr über die antifaschistischen Proteste in Bosnien gegen die kroatischen Ustascha. Das ist sehr gut und hat uns gefreut. Aber ihr unterschlagt wichtige Fakten, wenn ihr schreibt: „Die kroatischen Streitkräfte überwachten im II. Weltkrieg den Holocaust in Sarajevo, bei dem Zehntausende Kommunisten und antifaschistische Partisanen, Juden und serbische Roma in Vernichtungslager geschickt wurden.“

 

Wieso erwähnt ihr hier mit keinem Wort die Serben, die ebenfalls nicht ins rassistische Weltbild der kroatischen Faschisten passten und sogar besonders betroffen waren? Die Ustascha haben Hunderttausende Serben ermordet. Die Zahlen dazu sind zwischen 330.000 und 1.200.000, die ermordet wurden. Erklärtes Ziel der Ustascha-Faschisten war ein „Kroatien frei von Serben und Kommunisten“. In ihrer Menschenfeindlichkeit hatten die Ustascha-Faschisten neben massenhaften Erschießungen und Lagern wie in Jasenovac sogar ein eigenes Messer zur Ermordung von Serben, den sogenannten „Serbenschneider“, benutzt.