Coronavirus

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Droht eine zweite Welle in Deutschland?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldete am Montag einen Rekordanstieg bei den weltweiten Coronavirus-Fällen von 183.020 – so viele wie noch nie innerhalb eines Tages.

Von der Landesleitung Thüringen der MLPD
Droht eine zweite Welle in Deutschland?

In den Ländern, deren ultrarechte Regierungen die Gefahr des Virus besonders herunterspielen, steigen die Zahlen der Infizierten nach wie vor am meisten an, wie in Brasilien und USA (+23 Prozent binnen einer Woche). In Brasilien sterben nach wie vor täglich bis zu 1000 Menschen an den Folgen des Coronavirus.¹

 

Dazu der Facharzt Dr. Günther Bittel: „In Südkorea schlagen die Behörden Alarm und analysieren den Beginn einer zweiten Welle der Corona-Infektion, mit Zentrum in der Hauptstadt Seoul, in deren Großraum die Hälfte der 52 Millionen Südkoreaner lebt. Ursprünglich war mit einer zweiten Welle erst im Herbst gerechnet worden. Dabei ist die Zahl der Neuinfektionen noch unter 30 am Tag, doch den Behörden gelingt es nicht mehr, lokale Infektionsherde schnell in den Griff zu bekommen.“

 

In Deutschland ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf durchschnittlich 580 gesunken², was Ergebnis der Gesundheitsschutzmaßnahmen und des nach wie vor im Allgemeinen sehr besonnenen und disziplinierten Verhaltens der Mehrheit der Bevölkerung ist.

Immer mehr lokale Hot Spots in Deutschland

Nachdem der Reproduktionsfaktor (der „R-Wert“) in Deutschland bereits am Samstag mit 1,79 deutlich über der kritischen Marke von 1,0 lag, ist er nun erneut sprunghaft angestiegen. Einer Schätzung des Robert Koch-Institut (RKI) zufolge liegt der Vier-Tage-R-Wert nun bei 2,88, wobei die MLPD massive Kritik an diesem unwissenschaftlichen Wert hat (siehe Rote Fahne News).

 

„Als stabiler gilt der Sieben-Tage-R-Wert. Der liegt momentan bei 2. Das heißt, jeder Infizierte steckt zwei weitere Menschen an, aus zwei werden vier, aus vier werden acht, aus acht werden 16 – wenn es nicht umgehend gelingt, diesen Prozess wieder zu stoppen!“ so Dr. Günther Bittel dazu.

 

Die Ursache sind immer häufiger auftretende lokale Hotspots wie in Magdeburg, Berlin, Göttingen oder im Landkreis Gütersloh. Das Robert-Koch-Institut (RKI), welches der Lockerungseuphorie der Großkonzrne einen wissenschaftlichen Anstrich geben soll, relativiert seinen eigenen R-Wert deswegen wieder schnell: "Da die Fallzahlen in Deutschland insgesamt auf niedrigem Niveau liegen, beeinflussen diese lokalen Ausbrüche den Wert der Reproduktionszahl relativ stark".³

 

Dazu Dr. Bittel: „Bei genauer Betrachtung muss man aber auch feststellen, dass die Hotspots noch nie so groß waren und bereits mit einer enormen Dunkelziffer gerechnet werden muss. Die einstmals festgelegte „rote Linie“ von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche ist im Kreis Gütersloh weit überschritten. Doch das Gebot der Monopole ist heilig, und mit der martialischen Abriegelung der Tönnies-Massenquartiere wird konsequentes Krisenmanagement vorgetäuscht.“

 

Der Umgang der bürgerlichen Politiker mit solchen Hotspots ist sehr fragwürdig. Er reicht von rassistischer Hetze wie in Göttingen bis zu den völlig unzureichenden Maßnahmen im Landkreis Gütersloh. Am gravierendesten ist hier, dass Massentestungen quer durch die Bevölkerung unterbleiben und die Tests lediglich auf die Tönnies-Arbeiter und ihr Umfeld konzentriert werden. So spricht sich Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von NRW, ausdrücklich gegen allgemeine Beschränkungen im ganzen Landkreis aus, obwohl es dort bereits mehr als 1550 Infizierte gibt. Damit musste er allerdings mittlerweile zurückrudern: Über den kompletten Landkreis werden jetzt neue Maßnahmen verhängt. So werden Fitnessstudios und Kinos geschlossen. Versammlungen sind untersagt, und es herrschen strenge Kontaktbeschränkungen. Die Arbeiter von Tönnies, es sind tausende, wohnen allerdings nicht nur in der anliegenden Stadt Verl, für die weitergehende Maßnahmen wie Schulschließungen gelten, sondern verstreut, auch in außerhalb des Landkreises liegenden Nachbarstädten.

 

Außerdem brauchen die Arbeiter einen Schutz ihrer Rechte auf volle Entlohnung, Übernahme in feste Beschäftigungsverhältnisse durch die Fleischkonzerne, menschenwürdigen Wohnraum.

Wachsam, vorsichtig und vorbereitet sein!

Maßnahmen wie das Tragen von Mund-Nase-Schutz und Abstandsregeln müssen unbedingt weiter eingehalten werden. Die MLPD wirkt in ihrer Kleinarbeit auf eine aktive Erziehung zur Einhaltung der Maßnahmen hin und verwirklicht diese auch selbst vorbildlich wie letzten Samstag beim Festakt zur Einweihung der Lenin-Statue vor ihrer Parteizentrale.

 

Während die Großkonzerne auf allgemeine Lockerungen drängen, kritisierte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe völlig zu Recht die geplante Aushebelung aller Abstandsregelungen in den Schulen: „Solange die Abstandsregeln - aus guten Gründen - in der Gesellschaft eingehalten werden müssen, muss dies auch in der Schule gelten."⁴

 

Für die symptomunabhängigen Massentestungen, wie sie beispielsweise seit Beginn der Pandemie in Südkorea durchgeführt wurden, muss jetzt auch hier der Kampf organisiert werden! So könnten frühzeitig Infizierte – auch ohne Symptome – entdeckt und so die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden.


Die MLPD fordert in ihrem Sofortprogramm:

  • Flächendeckende Testungen!
  • Kostenlose Mund-Nase-Schutzmaske für alle, FFP2/3-Masken für Risiko-Patienten und Pflegepersonal!
  • Schaffung von 150.000 Arbeitsplätzen in der Pflege und auf Intensivstationen!
  • Kampf gegen Schließung von Krankenhäusern!
  • Internationale Zusammenarbeit für Medikamente, Therapien, Impfstoffe und für Schutzmasken/-Kleidung für alle Länder!