Weltweit

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Bedrohliche Entwicklung der Corona-Krise

In den letzten Tagen zeigt sich eine bedrohliche Entwicklung der Corona-Pandemie: Weltweit gibt es mindestens 9.828.704 bestätigte Infektionen und mindestens 494.857 Todesfälle.

Von jg
Bedrohliche Entwicklung der Corona-Krise

Mit 2.593.169 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Corona-Infektionen in den USA einen bisher nicht erreichten Höchststand erreicht. Gleiches gilt für Brasilien. Dabei schätzt die Gesundheitsbehörde CDC, dass bisher wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Infektionen erfasst wurde. Und sie geht von einer zehnfach höheren Rate aus! In Ländern wie Israel, in denen die Corona-Pandemie schon überwunden schien, wurden in der vergangenen Woche zweimal Tageswerte von über 500 Neuinfektionen erreicht - Mitte Mai waren sie auf unter 20 am Tag gesunken. Auch in Deutschland steigt die Zahl der infizierten - insbesondere in Verbindung mit der Überausbeutung von Mensch und Natur in der kapitalistischen Fleischproduktion und den weitgehend eingeleiteten Lockerungsmaßnahmen! Auch in Deutschland sind die Hot-Spots nicht unter Kontrolle. Damit bestätigt sich die Entwicklung, die die MLPD schon vor Monaten analysiert hat.

Donald Trump und Jair Bolsonaro – an Verantwortungslosigkeit kaum zu überbieten

Die Präsidenten der USA und von Brasilien verfolgen konsequent ihre menschenverachtende Haltung und nehmen billigend den Tod von Millionen Menschen in Kauf. Nach wissenschaftlichen Voraussagen wird in den USA bereits im Oktober mit mindestens 200.000 Corona-Toten gerechnet! Donald Trump wird nicht müde die Corona-Pandemie im Interesse seiner Lockerungspolitik für die Industrie kleinzureden. Seine umwerfende Erklärung für die steigenden Fallzahlen: „Wenn wir nicht testen würden, hätten wir keine Fälle“.¹ Bis ins bürgerliche Lager hinein verstärkt sich der Protest gegen den faschistoiden Präsidenten Donald Trump und seinen verantwortungslosen Umgang mit seinem Wahlkampf, in dessen Rahmen er zu großen Massenversammlungen aufruft – ungeachtet der Gefahr, die nachgewiesenermaßen von solchen Menschenansammlungen ausgeht.

 

In Brasilien, dem Land mit den zweithöchsten Zahlen bei den bestätigten Infektionen (1,274 Millionen) und 55.961 Todesfällen bezeichnet der faschistische Präsident Jair Bolsonaro das Coronavirus immer noch als „kleine Grippe“. An der Spitze seiner von Militärs durchsetzten Regierung (zehn seiner Minister komme direkt aus höchsten Positionen des Militärs), verfolgt dies eine verbrecherische Politik der faktischen Verhinderung dringend gebotener Gesundheitsmaßnahmen, wie das Tragen der Schutzmasken. Aktuell legte Bolsonaro sein Veto gegen eine Gesetzesvorlage ein, mit der Feste und Versammlungen in Wohngebieten zum Schutz der Menschen eingeschränkt werden sollen.

EU-Geberkonferenz vernebelt Ausmaß und Ursachen der krisenhaften Entwicklung

Die aktuelle, virtuelle Geberkonferenz der EU sammelt unter großer Medienöffentlichkeit bisher rund 9,8 Milliarden Euro, um „ ... besonders verwundbare Länder zu unterstützen“². Diese Spendengala steht allerdings nur für das vollständige Versagen internationaler Organisationsformen wie der UNO in Sachen Coronakrise. Nach deren eigenen Berechnungen werden mindestens 36 Milliarden Euro benötigt. Heuchlerisch wird verbreitet: „Jeder Mensch auf der Welt müsse Zugang zu Tests, Behandlung und Impfstoffen bekommen – egal wo er lebe, oder wie er aussehe.“ Ohne gesellschaftliche Veränderung ist und bleibt das eine Illusion. Ohne und vor der Corona-Pandemie gab es schon mindestens 130 Millionen Menschen, die akut vom Hunger bedroht sind und Milliarden Menschen, die eben keinen Zugang zu einem ausreichenden Gesundheitssystem haben!

Solidarität der Massen

In Brasilien entwickelt sich dagegen die Solidarität und der Kampf der Arbeiter und Massen gegen die lebensbedrohende Politik der Regierung in Sachen Corona. Aber auch im Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten mit steigender Massenarbeitslosigkeit durch das Zusammenwirken der Gesundheitskrise und der weltweiten Wirtschaft- und Finanzkrise. So haben sich die Gewerkschaft der Petrochemiearbeiter von Paraná & Santa Catarina und die Bewegung landloser Landarbeiter zu einer Solidaritätsaktion zusammengeschlossen: Kochgas und 15 Tonnen Lebensmittel wurden gesammelt und gespendet - für besonders von Armut betroffene Familien in der Region. Massendemonstrationen - wie unter anderem in den USA und Brasilien - verbinden Forderungen gegen Rassismus, Faschismus und Diskriminierung mit Forderungen zum Schutz vor der Corona-Pandemie. In mindestens 18 brasilianischen Städten gingen Mitte Juni Zehntausende auf die Straße. Arbeiter und Gewerkschafter forderten darin unter anderem für 30 Tage eine allgemeine Quarantäne mit angemessenen Einkommen für alle. Aber auch unter den Herrschenden selber gibt es Uneinigkeit, und es haben sich tiefe Risse gebildet, wie verschiedene Beispiel dieser Tage zeigen.

Union Sindipetro-ES fordert Beschäftigte auf der Ölplattform P 58 auf, sich auf einen Gesundheitsstreik vorzubereiten

Einerseits verschärft sich die Corona-Krise, andererseits aber auch die Weltwirtschafts- und Finanzkrise. Der weltweite Kampf gegen die Corona-Krise kann letztlich nur als organisierter Kampf gegen die Krisenentwicklung des imperialistischen Weltsystems erfolgreich geführt werden. In vielen Ländern der Welt stehen Mitgliedsorganisationen der ICOR (Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen) an der Spitze des Kampfs gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter und Massen, aber auch in der Entwicklung der praktischen Solidarität und Selbstorganisation. Die Corona-Krise zeigt die Unfähigkeit des Imperialismus auf, grundlegende Probleme und Anliegen der Menschheit im Sinne einer lebenswerten Zukunft zu lösen. Hier sind gesellschaftliche Alternativen, wie die des echten Sozialismus, den die MLPD verkörpert, gefragt!