Philippinen

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Die Auswirkungen von Corona auf dem Archipel

Die Organisation fortschrittlicher AnwältInnen NUPL hat in einem Online-Forum die Menschen über ihre Rechte zur erweiterten Gemeindequarantäne aufgeklärt. Jemand, der beschuldigt wird, gegen die Quarantänevorschriften zu verstoßen, muss ein normales Untersuchungsverfahren erhalten und darf nicht einfach inhaftiert werden. Die NUPL ermutigt die Menschen aufzustehen, wenn sie fühlen, dass ihre Rechte verletzt werden.

Korrespondenz aus Heidelberg

Was den Ausgangsbeschränkungs-Protest in den Philippinen beeinflusst, ist z.B. das militärische und brutale Vorgehen bei der Durchsetzung der Quarantäne-Maßnahmen, die Verzögerung und Ineffizienz bei der Verteilung der Hilfe an die betroffenen Menschen und das Fehlen von medizinischen Maßnahmen, um das Virus einzudämmen.


Zur Wiedereröffnung der Schulen und Universitäten am 1. Juni stellte die fortschrittliche Organisation der LehrerInnen ACT einen 5-Punkte Forderungskatalog auf. U.a. fordert sie, dass ohne Massentestung die Klassen nicht geöffnet werden dürfen.

 

Nach einem Bericht des Regierungssprechers Harry Roque wurde jedoch kein Programm zur Massentestung zugelassen. Nach Aussagen des Gesundheitsministeriums wurden nur 0,19% der Bevölkerung getestet. Trotzdem wurde die Ausgangssperre am 15. Mai für Manila modifiziert.

 

In den Krankenhäusern fehlen Test-Ausrüstungen, persönliche Schutzausrüstungen und medizinische Vorräte. Gleichzeitig wurden zwei Milliarden Pesos für Angriffshubschrauber, Raketen und militärische Ausrüstung ausgegeben.

 

In den USA formiert sich ein Protest gegen den geplanten milliardenschweren Waffendeal mit den Philippinen. Das Waffengeschäft, von dem zum Beispiel Rüstungskonzerne wie General Electrics profitieren, wird zu einer Steigerung der Unterdrückung von Menschenrechten führen. Der sogenannte Krieg gegen Drogen hat schon das Leben von mehr als 27.000 Menschen gefordert, insbesondere aus den armen Schichten.

 

Soziale Bewegungen, z.B. KADAMAY (Organisation der städtischen Armut mit landesweit ca.200 000 Mitgliedern) rufen Hilfsaktionen ins Leben, um Nahrungsmittel, Masken und medizinische Hilfsgüter zu den Armen zu bringen.

 

Die Menschenrechtsorganisation KARAPATAN und eine fortschrittliche Jugend-Parteiliste weisen auf schwere Menschenrechtsverletzungen hin, die in Negros begangen wurden. Außerdem kritisieren sie die Doppelmoral, bei der Arme und Marginalisierte bei Verstößen gegen die Corona-Regeln inhaftiert werden, der Polizeipräsident jedoch seinen Posten behalten darf.

 

In einer Online-Konferenz forderten am 20. Mai verschiedene Arbeitergruppen berufliche Sicherheit und Gesundheitsschutz für philippinische Arbeiterinnen und Arbeiter, nachdem mehr Geschäftszentren wieder ihren Betrieb aufnahmen. Auch fehlen zurzeit Transportmöglichkeiten, so dass viele Arbeiterinnen und Arbeiter zu ihrem Arbeitsplatz laufen müssen.