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Nürnberg führt 365-Euro-Ticket im ÖPNV ein

Immer wieder tönen die (Kommunal-) Politiker, eine deutliche Fahrpreissenkung im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) sei nicht finanzierbar. Dass es auch anders geht, beweist die Stadt Nürnberg. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!

Korrespondenz

Nürnberg bekommt als eine der erste Städte Deutschlands ein 365-Euro-Ticket. Das hat der Stadtrat von Nürnberg gestern beschlossen. Spätestens zum 1. Januar 2023 soll ein 365-Euro-Ticket im Stadtgebiet eingeführt werden. Dieser Beschluss ist sehr zu begrüßen, jedoch ist auch zu kritisieren, dass dieses kostengünstige Ticket nicht bereits 2020 angeboten wird. Für die Inhaber des Nürnberg-Passes - Bedürftige wie Hartz IV-Betroffene - kommt die Vergünstigung, rund um die Uhr für 15 Euro im Monat zu fahren, schon ab 2021. Vorausgegangen war ein Bürgerbegehren für die Einführung eines 365-Euro-Tickets, wobei über 20.000 Unterschriften gesammelt wurden.

 

An dem 365-Euro-Ticket sollten sich die übrigen Verkehrsverbünde in Deutschland - und vor allem die Bundesregierung - ein Beispiel nehmen! Anstatt den Kohlekonzernen für den Kohleausstieg bis spätestens 2038 Milliarden Euro in den Hintern zu blasen, sollte dieses Geld in die Förderung des ÖPNV investiert werden!

 

Zwar ist das Angebot des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr zur Nutzung von Monatstickets während der Schulferien Verbunds- bzw. NRW-weit (am Wochenende) sehr positiv, jedoch müssen die hohen Fahrpreise auf Dauer gesenkt werden, um immer mehr Menschen für den ÖPNV zu gewinnen. Für die Arbeitsplätze heißt dies: Deutlich mehr Beschäftigte im Eisenbahn,- Straßenbahn,- und Autobusbau! Viele andere Branchen würden auch davon profitieren: der Gleisbau, Elektrounternehmen, Elektroanlagenbauer, Ingenieure, Dienstleister u.a.

 

Anstatt die Krisenlasten vieler Automobilhersteller auf die Beschäftigten abzuwälzen, sollte die Produktion auf die Verkehrsmittel des öffentlichen Nahverkehrs umgestellt werden. Dazu könnten die Automobilwerke umgerüstet werden, was erneut viele Arbeitsplätze schaffen sowie die bestehenden erhalten würde. Das wäre ein gutes Beispiel, dass sich Arbeitsplätze und Umweltschutz nicht gegenseitig ausschließen.