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6. bis 10. Juli: Warnstreikwoche bei der Charité Facility Management GmbH (CFM)

Mit einer Warnstreikwoche von Montag, mit Beginn der Spätschicht, bis Samstag, 6 Uhr, antworten die Kolleginnen und Kollegen auf die Provokation der CFM-Verhandlungsführer und des anwesenden Berliner Senats.

Von Korrespondenten
6. bis 10. Juli: Warnstreikwoche bei der Charité Facility Management GmbH (CFM)
Ein Schild zum Warnstreik (rf-foto)

Wie schon zu erwarten war, wurde vollmundig erklärt: Es gibt kein Geld für die Forderung der CFM-Kollegen. Stattdessen wurde der Hungermindestlohn von 12.50 Euro angeboten. All das zeigt die Verlogenheit der Lobeshymnen auf die “Helden im Gesundheitssystem”, und dass Streikverzicht die Charité und den Senat nur ermuntert, die Angriffe auf die Kollegen zu intensivieren.

 

Neue Angriffe stehen ins Haus. So hat der Finanzsenator Matthias Kollatz für 2021 weitere Arbeitsplatzvernichtung im Öffentlichen Dienst angekündigt. Die „Begründung“: Die Neuverschuldung des Landes Berlin um 5 Milliarden und ein Defizit von 45 Millionen Euro bei der Charité wegen der Corona-Pandemie

 

Die Kolleginnen und Kollegen kämpfen seit der Ausgliederung der CFM aus der Charité um die Angleichung an den Tarifvertrag Öffentlicher Dienst (TVöD). Ihre Forderung ist die Bezahlung nach der Entgelttabelle des TVöD und die Gewährung aller Bedingungen des Manteltarifvertrags - insbesondere 30 Tage Jahresurlaub, Wochenarbeitszeit wie in der Charité und die volle Jahressonderzahlung. Sie fordern darüber hinaus auch die Wiedereingliederung in die Charité, was unter anderem zur Folge hat, auch die Betriebsrente VBL zu erhalten.

 

Bereits im Februar gab es Warnstreiks, die dann mit dem Argument „Corona“ ausgesetzt wurden. Offensichtlich dachten Senat und Charité, die Keule Corona reicht um neue Streiks zu verhindern, und sie waren überrascht, als die Kolleginnen und Kollegen der Tarifkommission ihnen am Sonntagabend den sofortigen Streikbeginn mitteilten. Eine verzweifelte Provokation war der Versuch der Geschäftsleitung CFM, Reinigungskräfte an einem Bahnhof abzufangen, um ihnen eine individuelle Lohnerhöhung zu versprechen, wenn sie auf den Streik verzichten.

 

Laut ver.di beteiligen sich annähernd 400 Kollegen an dem Warnstreik. In vielen Bereichen ist die normale Arbeit massiv beeinträchtigt, wie in der Essensversorgung, dem Krankentransport, der Wiederaufbereitung und Sterilisation. Die Kolleginnen und Kollegen bereiten einen langfristigen Kampf vor. Auch ab sofort - gemeinsam mit allen Charité-Beschäftigten - zum Tarifkampf um den TvöD, der zum 1.September gekündigt ist. Gerade auch die Azubis sind herausgefordert, angesichts der Gründung des gemeinsamen „Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe“ als gGmbH von Vivantes und der Charité mit bis zu 3000 geplanten Ausbildungsplätzen. Das Motto ist: Ein Betrieb – Eine Belegschaft – Ein Kampf!

 

Die MLPD Betriebsgruppe hat erklärt, ihre Unterstützung und ihr Know-how einzubringen, und die Solidarität in der ganzen Stadt zu organisieren.