Tunesien

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Arbeiterklasse in Tunesien - ein kämpferisches Vorbild!

Im Austragungsland der 3. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen spitzen sich die Klassenwidersprüche durch die Weltwirtschafts- und Finanzkrise, verstärkt durch die Corona-Krise, enorm zu. Dort nimmt die Arbeiterklasse den Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen auf.

Von nek

Im Süden und im Westen Tunesiens streiken die Arbeiter der Öl-, Gas- und Phosphatindustrie. Am 21. Juni 2020 kam es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei, denn diese löste den Sit-In der Bergarbeiter in Sidi Bouzid gewaltsam auf. Dieser Sit-In ist Bestandteil der seit vier Wochen andauernden Streikaktion der Phosphatarbeiter.

 

Weitere Streiks entwickeln sich im Transport- und im Gesundheitswesen. Kein Wunder: Während die Regierung Gelder in die Wirtschaft pumpt und die Tourismusindustrie forciert, will sie die Löhne der Beschäftigten im Gesundheitswesen einfrieren.

 

In Südtunesien nahe der Stadt Tataouine entwickelten sich die Proteste der Al-Kamour-Bewegung weiter. Ihre Kampfformen sind tagelange Sit-Ins, bei denen sie fordern, dass ihre Region nicht abgehängt wird und dass Arbeitsplätze in der Ölindustrie geschaffen werden.

 

Auch die Flüchtlingskrise spitzt sich zu. Sie schert sich nicht um die Einstufung Tunesiens als „sicheres Herkunftsland“. Die Menschen werden von vornherein kriminalisiert, ihre Flucht sei „irregulär“. Und so griff die tunesische Überwachung von Januar bis Juni 2020 2366 Menschen auf, die versuchten, über das Mittelmeer nach Italien zu fliehen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 961. Krass ist der Anstieg von 99 Flüchtlingen im April 2020 auf 1243 im Mai 2020. Doch in Tunesien leben auch viele Flüchtlinge anderer Länder, die mit der Krise ihre Arbeit als Tagelöhner verloren haben, ohne Absicherung und mit keinerlei Recht auf soziale Unterstützung.

 

Die MLPD erklärt ihre Solidarität mit den kämpferischen Arbeitern in Tunesien und wird ihre Freundschaft mit der tunesischen ICOR-Partei Patriotische Demokratische Sozialistische Partei (PPdS) dazu nutzen, um Vorschläge und Informationen aus erster Hand zu bekommen, die auch auf Rote Fahne News veröffentlicht werden.