Annexion des Westjordanlands

Annexion des Westjordanlands

Israelische, arabische, deutsche, muslimische, jüdische und christliche Menschen sagen „Nein“

Am vergangenen Montag, 9. Juli, fand in Leipzig eine Kundgebung gegen die Annexionspläne der imperialistischen Netanjahu-Regierung Israels statt. Mit Rückendeckung der USA und dem sog. „Deal des Jahrhunderts“ kündigte die israelische Regierung an, weite Teile des palästinensisch bewohnten Westjordanlands annektieren zu wollen.

Von einer Korrespondentin aus Leipzig
Israelische, arabische, deutsche, muslimische, jüdische und christliche Menschen sagen „Nein“
Israelischer Militärposten im Westjordanland (foto: Ralf Roletschek¹ (GFDL 1.2))

Eine Annexion des Westjordanlands wäre völkerrechtswidrig, und es wäre die Zementierung von Vertreibung, Landraub, Unterdrückung und Rechtslosigkeit des palästinensischen Volkes! Das Besondere an der Solidaritätskundgebung: Es war ein breites Bündnis von israelischen, arabischen, deutschen, muslimischen, jüdischen, christlichen Menschen! Darauf waren die Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer auch zu Recht stolz, was in vielen Redebeiträgen deutlich wurde.

 

In dem Kurzaufruf zur Kundgebung hieß es: „Jüdische Menschen aus Israel und anderswo schließen sich dem Protest der palästinensischen Bevölkerung gegen die Annexionspläne an: WIR SAGEN NEIN ZUR ANNEKTIERUNG DER WESTBANK – nicht jetzt, niemals!“

 

Organisiert wurde die Aktion von verschiedenen Einzelpersonen, darunter jüdische Israelis und eine deutsch-palästinensische Person. Trotz der kurzen Mobilisierungszeit versammelten sich um die 80 Menschen unter Wahrung des Corona-Gesundheitsschutzes. Der Redebeitrag eines Israeli machte darauf aufmerksam, dass 69 Prozent der Bewohner Israels die Annexionspläne ablehnen! Ein Palästinenser sagte, dass es ihm darum gehe, mit Menschen aller Glaubensrichtungen, oder auch keiner Religionszugehörigkeit in Frieden zusammen zu leben.

 

Wir vom Jugendverband REBELL waren mit unserer Fahne vertreten und haben auch einen Redebeitrag gehalten. Darin machten wir deutlich, dass Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf nichts mit Antisemitismus zu tun hat! Es geht nicht um einen „Kampf zwischen Palästinensern und Israelis oder Menschen jüdischen Glaubens“. Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Nationen oder Glaubenszugehörigkeiten, sondern zwischen oben und unten! Deswegen stehen wir dafür ein, dass die palästinensische und israelische Arbeiterklasse gemeinsam gegen den Imperialismus kämpft! Der Redebeitrag erhielt viel Applaus.

 

Einige Meter entfernt von der Kundgebung versammelte sich ein kleiner Haufen antideutscher „Israel-Freunde“ mit mehreren Israel-Fahnen. Dass sie es wirklich fertig bringen, mit einem imperialistischen Staat uneingeschränkt solidarisch zu sein, seine Fahne hochzuhalten und dann auch noch die imperialistische Supermacht USA für ihre Israel-Politik zu loben, ist für manche unfassbar. Ein anziehendes Bild erreichten die Antideutschen nicht, und außer abstoßende Musik abzuspielen, fiel ihnen nichts Besseres ein. Die fortschrittliche und zukunftsweisende Kundgebung ließ sich davon auf jeden Fall nicht beeindrucken!

 

Die Moderatorin sagte zum Schluss, dass solche Solidaritätskundgebungen bisher nicht so häufig waren und wir aber mehr davon brauchen. Das ist genau richtig!