Südamerika

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Mercosur-Abkommen steigert Plünderung von Mensch und Natur

In Argentinien brennt es auf den Feldern.

Von Anna Bartholomé

In riesigen Plastiksäcken wird dort die Soja-Ernte gesammelt. Aber nun brennt vielerorts die Ernte des wichtigsten Exportguts des hoch verschuldeten Landes. Soja wird vor allem nach China, die USA und Europa exportiert - als Viehfutter in der Massentierhaltung und für Biodiesel. Angesichts sinkender Sojapreise auf dem Weltmarkt lässt sich Soja immer schlechter verkaufen - die Ernte bleibt liegen. Es mischen sich aber auch Proteste gegen die mit vielen Pestiziden und mit Glyphosat betriebene genmanipulierte Sojaproduktion, die bei den kleinen Bauern und Tagelöhnern und ihren Familien zu schweren Erkrankungen führt.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel versucht sich mit der Übernahme der EU-Präsidentschaft gerade als Wiederentdeckerin des Umweltschutzes mit einem „Green Deal“ zu profilieren. Aber das gilt wenn überhaupt nur für Europa.

 

Im Wirbel der Corona-Rettungsmilliarden droht ein Brennpunkt in Lateinamerika unterzugehen. „Wir streben eine Einigung im Rat für die Unterzeichnung des Abkommens mit dem Mercosur an“, heißt es da.

 

Im Mercosur sind die meisten südamerikanischen Länder als größtes Wirtschaftsbündnis zusammengeschlossen - unter Führung der neuimperialistischen Länder Brasilien und Argentinien.

 

Aber gegen das schon länger geplante Handelsabkommen mit der EU rührt sich Kritik und Widerstand – in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern und auch in Europa. Die darin geplanten Zollsenkungen würden die Abholzungen der Regenwälder weiter vorantreiben und den Soja-Anbau noch weiter ausweiten.

 

Umgekehrt sollen für eine gewünschte „Agrarexpansion“ Exporte von Rinder- und Hühnerfleisch nach Europa beschleunigt werden. Unter welchen Bedingungen dort Tiermast und andere Agrarproduktion betrieben werden, interessiert die EU nicht. Im Gegenteil, das geplante Abkommen sieht vor, dass die Zölle auf Pestizide aus der EU sinken, oder ganz entfallen sollen.

 

Um der – mit dem Abkommen geplanten – weiteren Ausplünderung von Mensch und Natur entgegenzutreten, muss der Widerstand über die Kontinente hinweg miteinander verbunden werden.