MLPD

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Solidarität mit den streikenden Kollegen bei Amazon

Vor kurzem streikten erneute Kolleginnen und Kollegen von Amazon. Die MLPD erklärte ihre Solidarität:

Solidarität mit den streikenden Kollegen bei Amazon
Streikende Amazon-Kollegen im letzten Jahr vor dem Rathaus von Bad Hersfeld (rf-foto)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir unterstützen von ganzem Herzen euren gewerkschaftlichen Streik bei Amazon für höhere Löhne, die Einstufung in den Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel sowie für einen Tarifvertrag Gesundheitsschutz. Seit 2013 führt ihr den Kampf für eine höhere tarifvertragliche Einstufung völlig zu Recht. Der Corona-Ausbruch im Versandlager Bad Hersfeld beweist auch, wie berechtigt die Forderung nach durchgreifenden Maßnahmen zum Gesundheitsschutz sind.

 

Dabei ist es völlig richtig, dass ihr gegen einen solchen internationalen Konzern auch international kämpft, in Koordinierung mit gewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen in den USA, in Frankreich, in Polen und anderen Ländern. Die internationale Solidarität ist stark gegen Spaltungsmanöver. Die über 600.000 Beschäftigten weltweit sind vereint eine starke Kraft! Wie viele Pakete könnten Bezos und seine Handvoll Spitzenmanager wohl pro Stunde bearbeiten und auszuliefern?

 

Euer Streik ist gerade in der heutigen Zeit der Corona-Pandemie ein wichtiges Signal für alle Arbeiter und Angestellten weit über den Amazon-Konzern hinaus: Konzerne wie die Lufthansa, Adidas, Airbus und andere erhalten vom Staat Milliarden an Steuergeldern zugeschoben und versuchen gleichzeitig, auf Kosten der Beschäftigten und Steuerzahler Arbeitsplätze zu vernichten und die Löhne, Zulagen und dergleichen zu kürzen. Heute ist Amazon der größte Onlinehändler der Welt, mit einem Jahresumsatz von 242 Milliarden Euro 2018 und einem aktuellen Börsenwert von 726,26 Milliarden Euro. Der Konzern gehört zu den "Gewinnern" der Corona-Krise.

 

In den letzten Wochen hat die Enthüllung einer Lenin-Statue vor unserer Parteizentrale in Gelsenkirchen ein sehr großes Medienecho erhalten. Das rührt daher, dass immer mehr Menschen in Deutschland sich grundsätzlich über Alternativen zu dem herrschenden kapitalistischen System Gedanken machen und daran interessiert sind, darüber zu diskutieren. Der Einsatz des Internets für Planung, Produktion, Handel und Vertrieb ist Ausdruck der fortschrittlichen Entwicklung der Produktivkräfte. Hier entstehen bisher ungeahnte Möglichkeiten der planmäßigen und zielgerichteten Produktion und Verteilung in der gesellschaftlichen Großproduktion. Und einer möglichen gleichberechtigten Zusammenarbeit der vereinigten sozialistischen Staaten der Welt im Interesse der Einheit von Mensch und Natur. Es könnte wirklich nach den Bedürfnissen der Massen und der Natur produziert werden, international könnten Errungenschaften und Schwächen der einzelnen Länder ausgeglichen werden. Lenin erkannte visionär vor bereits über 100 Jahren die Bedeutung einer solchen Vergesellschaftung.

 

Wir würden uns daher freuen, wenn ihr euch mit unseren grundlegenden Vorschlägen zur Lösung des ganzen kapitalistischen Krisenchaos auseinandersetzt - alle Informationen dazu gibt es hier oder natürlich auch gerne im persönlichen Gespräch.

 


 

 


Wir werden auf www.rf-news.de und in unserem Rote Fahne Magazin weiter von eurem Kampf berichten, ihn in den Betrieben und Gewerkschaften weiter bekannt machen und wünschen euch viel Erfolg!

 

Mit herzlichem Gruß

Gerd Pfisterer