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Sorgfältiger mit Forderungen umgehen

Im Artikel „Hilfs-Pflaster der Regierung“, der am 4. Juli auf "Rote Fahne News" erschienen ist, werden am Schluss zwei Forderungen aufgestellt: „10 Prozent Ausbildungsplätze in der Großindustrie!“ Und „Volle Übernahme im Beruf entsprechend der Ausbildung!“

Von gp

Vergleicht man beide Forderungen mit dem Parteiprogramm der MLPD, so fällt folgendes auf:

 

Die Forderung zur Ausbildungsquote heißt dort: „Für die Verpflichtung der Großbetriebe zu einer Ausbildungsquote von mindestens 10 Prozent der Beschäftigten!“ Durch die Verkürzung auf „10 Prozent Ausbildungsplätze in der Großindustrie“ fehlt der Bezug. Zehn Prozent aller Ausbildungsplätze? Zehn Prozent von was?

 

Die Forderung „Volle Übernahme im Beruf entsprechend der Ausbildung!“ steht im Widerspruch zur Forderung im Parteiprogramm. Dort heißt es: „Unbefristete Übernahme aller Auszubildenden entsprechend der Ausbildung!“ Der Schwerpunkt liegt darauf, dass die Auszubildenden entsprechend ihrer Ausbildung übernommen werden. Das heißt konkret, dass sie nach einer Ausbildung zum Facharbeiter auch eine Stelle als Facharbeiter bekommen, und nicht auf eine Stelle abgeschoben werden, wo sie ihre Qualifikation verlieren und damit ihre Arbeitskraft entwertet wird. Die Forderung „Übernahme im Beruf entsprechend der Ausbildung“ ist etwas anderes, weil es den Schwerpunkt auf die Übernahme im Beruf legt, was zwar erstrebenswert ist, aber im Kapitalismus an seine Grenzen stößt.

 

Die Forderungen im Parteiprogramm der MLPD sind exakt formuliert und sollten nicht im Sinne einer falsch verstandenen „Popularisierung“ „vereinfacht“ werden. Das Rote Fahne Magazin und Rote Fahne News müssen darauf besonders achten.