Palestina will bei free!

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Drohungen und Anfeindungen gegen eine Fotoausstellung

Das Café Immergrün in Jena veröffentlicht eine Protesterklärung gegen das erzwungene Abhängen der Ausstellung „The Wall ...“ mit Bildern von Ursula Mindermann.

Von Korrespondenten aus Jena
Drohungen und Anfeindungen gegen eine Fotoausstellung
(foto: gemeinfrei)

Aufgrund von Anfeindungen und Drohungen innerhalb von einem Tag haben wir uns entschlossen, diese Ausstellung im Immergrün abzuhängen. ... Leider gab es kein Angebot zum Diskurs zur Ausstellung, sondern nur Forderungen und Drohungen. Diese abgehängte Ausstellung zeigte Fotos der Mauer in Israel mit zum großen Teil sehr künstlerischen Graffiti. Der Vorwurf an uns, wir seien antisemitisch und antizionistisch, ist absurd. Wir sind ein großes und sehr internationales Team.¹

 

Es sind als Erstes die Falken Jena, die über ihre Website zum „antideutschen“ Shitstorm aufgerufen und alle aufgefordert haben, „ebenfalls das Immergrün darauf hinzuweisen, was ihr von Antisemitismus haltet.“² Tatsächlich zeigte die Ausstellung „The Wall ..." von Ursula Mindermann nicht nur die verhasste Mauer durch Palästina, einer Mauer viermal länger und zweimal höher als die Berliner Mauer, einer Mauer, mit der erneut 9,5 Prozent der Westbank annektiert werden. Sie dokumentierte auch die Widerstandskunst der Palästinenser auf der Mauer.

 

Ein Bild eines großen Graffiti „Make Humus not walls“ zeigt im Hintergrund auch die Parole „From the river to the sea, Palestine will be free“. Während die superdemokratischen Falken kein Wort zu Mauer und Unterdrückung der Palästinenser verlieren, muss diese Parole herhalten, um das Immergrün-Team des Antisemitismus zu bezichtigen. Andere „antideutsche“ Kräfte springen sofort auf diesen Zug auf. Dabei ist es der imperialistische Staat Israel mit Rückendeckung von US-Präsident Donald Trump, der sich anschickt, ein weiteres Mal völkerrechtswidrig das Jordantal zu annektieren, der Gaza in ein Freiluftgefängnis verwandelt hat, der seit dem Jahr 2000 15.000 palästinensische Kinder inhaftiert hat.

 

Überhaupt, wer sagt, dass ein freies Palästina nicht auch ein freies Land für Juden sein kann? Ein Volk, das ein anderes unterdrückt, kann jedenfalls selbst nicht frei sein. Die sozialistische Sowjetunion hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg zuerst für einen gemeinsamen Staat von Juden und Palästinensern eingesetzt, dann aber einer Zwei-Staaten-Lösung zugestimmt und diese in der UNO mit durchgesetzt. Diese Zwei-Staaten-Lösung wird durch die amerikanische und die israelische Annexionspolitik ständig konterkariert und zur Farce.

 

Wie „Antideutsche“ wirklich ticken, zeigt ein Post zu einem Foto von Frau Mindermann, einem Mauer-Grafitto des 15-jährigen Saleh Al-Amareens, der bei Protesten in der Westbank ermordet wurde. Das Foto wurde in der Ausstellung im Immergrün gar nicht gezeigt!

 

"Die Glorifizierung des jugendlichen Mannes als Märtyrer impliziert, das für den Protest gegen Israel selbst der Tod in Kauf genommen werden kann und soll.“³

 

So wird das Opfer zum Täter und Solidarität zum Antisemitismus – tiefer kann man kaum sinken. Mit linker Politik haben diese „antideutschen“ Fake-News nichts zu tun. Ursula Mindermann, als Fotografin künstlerische Urheberin der Ausstellung, schreibt in einem Post: „Es sind Bilder einer Realität in Palästina. Und das darf an entsprechenden Stellen auch gezeigt werden. Vielleicht sollten sie an der Realität etwas ändern, statt sie zu kritisieren oder zu negieren ...".

 

Sie fordert zu Recht eine strafrechtliche Verfolgung von Verleumdung, Drohung und Anfeindungen.