Indien

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Nein zur Versteigerung von Kohlevorkommen für den kommerziellen Bergbau!

Zur Ausplünderung von umweltsensiblen Adivasi-Gebieten in Mittel- und Ostindien schreibt DK Prajapati, Generalsekretär der Gewerkschaft Hind Mazdoor Kisan Panchayat (Indian Workers Peasants Council) im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh (eigene Übersetzung):

Von DK Prajapati
Nein zur Versteigerung von Kohlevorkommen für den kommerziellen Bergbau!
Landschaft in Madhya Pradesh (foto: Vu2sga (CC BY-SA 4.0))

Ein dringendes Umdenken in der klimafeindlichen „kohlezentrierten“ Energiewirtschaft ist erforderlich. Die nationale Allianz der Volksbewegungen (NAPM), Hind Mazdoor Kisan Panchaayat aus dem Bundesstaat Madhya Pradesh (HMKP MP) und Azadi Bachao Aandolan verurteilen das teuflische Vorgehen des gegenwärtigen Regimes, das unter der Führung des Premierministers 41 Kohlevorkommen für den kommerziellen Bergbau in den biologisch vielfältigen Kernlanden Zentral- und Ostindiens "virtuell versteigert" hat. Es handelt sich um Gebiete, in denen viele Adivasi (Ureinwohner, Anm. d. Red.) leben.

 

Die Öffnung dieser Gebiete für gewinnorientierte Bergbauunternehmen aus dem In- und Ausland wird die unberührten Waldflächen irreversibel gefährden, die Umweltzerstörung und das Risiko für die öffentliche Gesundheit in der Covid-Zeit erhöhen und die Lebensräume eines großen Teils der Adivasi-Bevölkerung und der wildlebenden Tiere zerstören. ...

 

Nachdem Coal India Limited 47 Jahre lang im Besitz des öffentlichen Sektors war, wird dieser nun vom indischen Staat an private Akteure übergeben, um die fragilen "No-Go"-Regionen und reichen Ressourcen auszubeuten. ...

 

Trotz des Widerstands von Naturschützern und Einwänden der staatlichen Forstbehörde in Maharashtra wurde Bander, das zu 80 Prozent aus Wald besteht und ein ökologisch sensibler Tigerkorridor ist, laut Studien von Agenturen der Coal India Limited für den Kohleabbau versteigert! Der Umweltminister von Maharashtra bezeichnete diesen Schritt als "beispiellos" und hat auch einen nachdrücklichen Brief an den Umweltminister der Union geschrieben, in dem er sich gegen die Versteigerung von Kohlevorkommen in Bander ausspricht und darauf hinweist, dass dies, wenn es gestattet wird, den Konflikt zwischen Mensch und Tier in der an biologischer Vielfalt reichen Region Chandrapur verschärfen würde.

 

Das Kohlevorkommen Gotitoria East in Narsinghpur, Madhya Pradesh, besteht zu 80 Prozent aus Wald und dient als Drainage für den Fluss Sitarewa. Die Region Singrauli, die berüchtigte "Energiehauptstadt Indiens", ist bereits bis zum Äußersten ausgebeutet, und die Adivasi und andere Dorfbewohner haben gegen den rücksichtslosen Bergbau durch Unternehmen, gescheiterte Sanierungsmaßnahmen und schwere Umweltverschmutzung gekämpft. Auch in Chhindwara gibt es bereits anhaltenden Widerstand gegen den WCL-Bergbau. Auch in all diesen Gebieten wurden bereits viele Gram Sabhas-Resolutionen gegen den Kohleabbau und die Zuteilung von Kohlevorkommen verabschiedet.