Stuttgart

Stuttgart

Solidaritätskreis unterstützt gekündigten Daimler-Kollegen

Mesut Dikme, Montagearbeiter im Motorenwerk in Bad Cannstatt, wurde am 19. März 2019 fristlos gekündigt, weil er angeblich tätlich geworden sei. Der Betriebsrat hat seine Bedenken dagegen dargelegt: der Kollege hat in den 21 Jahren Betriebszugehörigkeit sich nichts zuschulden kommen lassen. In ähnlichen Fällen erfolgt üblicherweise eine Abmahnung oder Versetzung.

Pressemitteilung

Mit der Maßnahme der Kündigung wird die wirtschaftliche Existenz einer Familie (mit vier Kindern) vernichtet.

 

Es deutet einiges darauf hin, dass der Streit in der Montage mit dem Systemführer ein Vorwand für Daimler war, einen unbequemen IG-Metall-Vertrauensmann loszuwerden. Deshalb haben Kolleginnen, Kollegen und Freunde einen Solidaritätskreis gegründet. Auch gibt es Informationen, dass sich solche „personenbedingten Kündigungen“ bei Daimler häufen. Und die Stuttgarter Nachrichten haben aufgedeckt, dass die Vorgesetzten geschult werden, um Beschäftigte zum Unterschreiben von Aufhebungs- und Verträgen zu früherem Altersruhestand unter Druck zu setzen.

 

Die Revision gegen die vom Arbeitsgericht abgelehnte Kündigungsschutzklage von Herrn Dikme bekommt auch vor dem Hintergrund einer Verschärfung des "Sparprogrammes" bei Daimler an Bedeutung. So hat der Personalvorstand Wilfried Porth am 11. Juli angekündigt, dass Daimler deutlich mehr an Personal abbauen will, als bisher bekanntgeworden ist und betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen werden. Auch sollen verschiedene soziale Errungenschaften auf den Prüfstand.

 

Mesut Dikme und die ihn unterstützenden Kollegen und der Solidaritätskreis wollen deshalb mit Hilfe des Gerichtes erreichen, dass Daimler die Kündigung zurücknimmt und er wieder eingestellt wird. Das wäre auch ein Zeichen gegen eine immer ruppiger werdende Personalpolitik. Wir würden es deshalb sehr begrüßen, wenn der Prozess auch in der Presse oder in den Medien Beachtung findet, um aus der Perspektive von Beschäftigten die Entwicklung bei Daimler zu beleuchten.

 

Kommt zum Berufungsprozess: Landesarbeitsgericht Stuttgart, Börsenstraße am Freitag, 24.Juli, 9.00 (8.00 Kundgebung vor dem LAG)