Saarbrücken

Saarbrücken

"Wir brauchen aufgeweckte Jugendliche"

Dies sagte eine Teilnehmerin der 472. Montagsdemo in Saarbrücken.

Korrespondenz

Denn die Montagsdemo stand ganz im Zeichen der Jugend: „Die Jugend kriegt die Krise – nicht auf unserem Rücken!" In Anlehnung an den Titel der aktuellen ver.di-Zeitung hat die letzte Montagsdemo in Saarbrücken den Schwerpunkt auf den gemeinsamen Kampf von Jung und Alt gegen die Jugendarbeitslosigkeit gelegt.

 

„Wenn Anfang Juni noch offiziell 1.642 (!) Jugendliche im Raum Saarbrücken einen Ausbildungsplatz suchten, bedeutet das ganz klar: höchstwahrscheinlich werden sie leer ausgehen – das neue Lehrjahr beginnt ja schon im August / September. Mehr als die Hälfte von ihnen haben schon für das letzte Lehrjahr keinen Ausbildungsplatz gefunden", eröffnete die Moderatorin.

 

Es gab viele gut vorbereitete Redebeiträge zu dem Thema und es wurde ziemlich deutlich, dass wir ein Riesenproblem haben in der kapitalistischen Gesellschaft: Wer so mit der Jugend umgeht, hat selbst keine Zukunft. Anscheinend ist die "eleganteste Lösung", Arbeitsplätze zu vernichten, die, bereits bei den Schulabgängern anzufangen, die noch keinerlei Kampferfahrung haben, nicht organisiert sind – ein Grund mehr, die Montagsdemo zu verstärken und zu nutzen. ...

 

„Es liegt im Ermessen der Jobcenter, ob sie jungen Arbeitslosen bis 25 Jahre in sehr wenigen gesetzlich geregelten Ausnahmen gnädig ‚erlauben', von zuhause auszuziehen. Das bedeutet, du bist Teil der Bedarfsgemeinschaft, falls deine Familie arm ist. Hast in der elterlichen Wohnung zu leben – auch wenn du schon jahrelang erwachsen und eigentlich ‚flügge' bist. Hältst Du Dich da nicht dran, gibt's Entzug von Hartz IV / Sanktionen. Heißt: Wenn Dein Vater z.b. beim Halberg arbeitslos wurde und du findest in der Krise nichts – ist deine Zukunft schon vermasselt, also: nutz' die freie Zeit für Widerstand.