Presseerklärung

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Monopole vernichten Ausbildungsplätze in großem Stil

Der Jugendverband REBELL kämpft gegen die Vernichtung von Ausbildungsplätzen und fordert eine Ausbildungsquote von 10 Prozent der Beschäftigten in der Großindustrie.

Von Jugendverband REBELL
Monopole vernichten Ausbildungsplätze in großem Stil
Jugendliche und Kinder von REBELL und Rotfüchsen bei der kämpferischen 13. Bergarbeiterdemonstration (rf-foto)

Noch nie zuvor gab es in Deutschland so viele Jugendliche ohne Berufsabschluss wie heute. Laut dem DGB sind das im Jahr 2019 2,1 Millionen junge Menschen gewesen, was ganze 14,4% der 15 bis 25-Jährigen ausmacht. Das ist das Ergebnis einer massiven Vernichtung von Ausbildungsplätzen. Während es im Jahr 2007 noch 644.000 Ausbildungsplätze gab, waren es 2019 nur noch 578.000. Mitten in der Weltwirtschafts- und Finanzkrise Anfang Mai verkündete Bundesbildungsministerin Karliczek offiziell den Rückgang von Ausbildungsplätzen um 8% zum Vorjahresmonat.

 

Eine wesentliche Mitverantwortung dafür tragen die führenden Monopole. Vor allem sie vernichten Ausbildungsplätze in großem Stil. Ford reduzierte die Zahl der Ausbildungsplätze von 265 (2018) auf 165 (2019), also ein Minus von 38%. Opel hat ein Minus von 60% bei den Lehrstellen im Zeitraum 2017 bis 2019 vorzuweisen. VW vernichtete 18% der Ausbildungsplätze im Jahr 2020. Unter dem Strich haben Betriebe mit über 250 Beschäftigten in den letzten 10 Jahren 89.000 Ausbildungsplätze vernichtet, ein Minus von ca. 19%. Dabei mangelt es nicht an Bewerbern – 73.700 Jugendliche suchten laut dem Berufsbildungsbericht 2019 vergeblich einen Ausbildungsplatz!

 

Dieser Entwicklung sagt der Jugendverband REBELL den Kampf an! Inessa Kober, Sprecherin des Jugendverbands REBELL, sagt dazu: „Opel wirbt mit dem Spruch 'Die Zukunft gehört allen' und VW spricht gerne von sozialer Verantwortung´. Wie sehr den Monopolen die Zukunft der Jugend wirklich am Herzen liegt, beweist die dramatische Vernichtung von Ausbildungsplätzen in den letzten Jahren. Die Millionen Jugendlichen ohne Berufsabschluss bilden den größten Teil der jungen Leiharbeiter, Zeit-/Werksverträgler und Minijobber. Hieran wird deutlich, dass der Kapitalismus für die Arbeiterjugend besondere Ausbeutung und Perspektivlosigkeit bedeutet!“.

 

Inessa Kober sagte weiter: „Gegen diese Entwicklung müssen wir die Gewerkschaften weiter als Kampforganisationen stärken. Ein Beispiel dafür lieferte die Belegschaft bei Opel in Rüsselsheim, die mit 5.000 Unterschriften nach bereits angekündigter Entlassung durch die Geschäftsführung die unbefristete Übernahme eines ganzen Jahrganges durchgesetzt hat. Für diesen konsequenten Kampf um jeden Ausbildungs- und Arbeitsplatz in den Betrieben und Gewerkschaften steht der Jugendverband REBELL und die MLPD. Gleichzeitig stehen wir dafür das kapitalistische Übel mit der Wurzel zu beseitigen und dass die Arbeiterklasse im Sozialismus die Macht übernimmt. Das ist der einzige Weg zu einer Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung.“

 

Der Jugendverband REBELL fordert eine Ausbildungsquote von 10% in der Großindustrie und die unbefristete Übernahme aller Azubis, Jungfacharbeiter und Leiharbeiter entsprechend der Ausbildung. Eine Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich würde Millionen Arbeitsplätze schaffen oder aktuell vor der Vernichtung retten.

 

Der REBELL hat ein Video gedreht: "Für Ausbildungsplätze und unbefristete Übernahme müssen wir kämpfen"