Hasankeyf in Ober-Mesopotamien

Hasankeyf in Ober-Mesopotamien

Ilisu-Staudamm: Hasankeyf weitgehend unter Stausee

Die "Bundesweite Initiative Ökologischer Wiederaufbau in Kobanê / Demokratische Föderation Nordsyrien – Rojava" hat eine Erklärung der "Initiative zur Rettung von Hasankeyf" geteilt.

Dokumentiert
Ilisu-Staudamm: Hasankeyf weitgehend unter Stausee
Grenzüberschreitende Protestbewegung setzt sich für die Rettung des Welterbes ein (infoe)

Im Mai verkündete die faschistische türkische Regierung in einem online ausgestrahlten Videoakt die Inbetriebnahme der ersten Turbine des Ilisu-Wasserkraftwerkes. Präsident Recep Tayyip Erdoğan verbreitete dabei gezielte Falschbehauptungen über die angeblichen Vorteile des Ilisu-Projektes. Insbesondere sagte er, dass vom Ilisu-Projekt ein "Wind der Geschwisterlichkeit und des Friedens" wehen würde. Das Gegenteil ist der Fall, denn mit diesem Projekt erhält der türkische Staat die Möglichkeit, dem Irak in erheblicher Weise und auch Rojava das Wasser abzugraben.

 

Hasankeyf befindet sich nun weitgehend unter dem künstlichen Ilisu-Stausee! Die Aussicht auf diesen 12.000 Jahre ununterbrochen besiedelten Ort ist zweifellos herzzerreißend für die meisten von uns. Nur noch wenige Gebäude vom bis vor kurzem bewohnten Hasankeyf und die oberen Bereiche der Burg sind noch zu sehen. Alles andere ist verschluckt von einem 136 km langen Stausee, der inzwischen voll ist. Oft wurde von uns und auch von anderen dieses Projekt als kulturelle Zerstörung bezeichnet. Hunderte und kaum erforschte Orte eines global gesehen einzigartigen kulturellen und natürlichen Erbes sind nicht mehr zu erreichen.

 

Besonders dramatisch ist es nun für die mehr als 20.000 Vertriebenen aus dem Tigristal. Aber auch diejenigen 60.000 Menschen, deren Häuser zwar nicht überflutet wurden, die aber Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen erfahren, werden in die Armut getrieben. In wenigen Jahren wird die Landflucht auch dadurch zunehmen. Daher sprechen wir seit Jahren von 80.000 Direktbetroffenen.

 

Seit 1998 bis heute engagierten sich viele Menschen und Organisationen gegen das Ilisu-Projekt. Gegen kein anderen zerstörerisches Projekt in Nord-Kurdistan und der Türkei wurde so lange Widerstand geleistet. Es gibt mehrere Gründe, die Protestkampagne fortzusetzen. Ein „Rückbau des Ilisu-Staudammes" ist nicht illusorisch, sondern konkret möglich.