Lenin-Statue

Lenin-Statue

Lenin wurde mit einem eindrucksvollen Festakt empfangen

Unter dieser Überschrift erschien am 21. Juni 2020 in "Kizil Bayrak" ein ausführlicher Artikel über die Enthüllung der Lenin-Statue. "Kizil Bayrak" ist die in der Türkei erscheinende Wochen-Zeitung, die auch mit Bir-Kar verbunden ist. Redakteure waren bei der Pressekonferenz und dem Festakt.

Von Kizil Bayrak
Lenin wurde mit einem eindrucksvollen Festakt empfangen
(rf-foto)

Jetzt haben die türkischen Genossen selbst den Artikel für die Veröffentlichung auf Rote Fahne News übersetzt.

 

Die Enthüllung der vor der MLPD Parteizentrale aufgestellten Lenin-Statue erfolgte am gestrigen Tag mit einem eindrucksvollen Festakt. Die Zeremonie begann um 12.30 Uhr mit einer Pressekonferenz im Hof der Parteizentrale der MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands). An der Pressekonferenz nahmen die Parteivorsitzende Gabi Fechtner und der Leiter des theoretischen Organs der Partei, Stefan Engel, teil. Die Pressekonferenz wurde durch 40 akkreditierte Pressevertreter aus dem In- und Ausland verfolgt. Fernseh- und Zeitungsjournalisten von Neuseeland bis Russland, von Frankreich bis Haiti, von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bis hin zu Bild waren angereist. Aus der Türkei war nur Kizil Bayrak vertreten.

 

Der kapitalistische deutsche Staat betreibt eine besondere Anti-Propaganda gegen den Kommunismus. Hierzu bedient er sich in erster Linie der Organe der Stadtverwaltungen, der Kirche und den öffentlichen Schulen und instrumentalisiert sie. Unmittelbar gegenüber der Lenin-Statue wurden in einem der Stadt gehörenden Gebäude hunderte Bilder und mit QR-Codes versehene Dokumente zur Verunglimpfung des Kommunismus ausgestellt. Vor diesem Gebäude wurde - unter Schutz der Sicherheitskräfte - eine rassistisch-faschistische Gruppe platziert. Diese Kampagne hat die reaktionäre deutsche Bourgeoisie bereits im Jahre 2017 zur Verunglimpfung des 100. Jahrestages der heroischen Oktoberrevolution gestartet. Auf Schulveranstaltungen, in den Messen der Kirchen und mit Broschüren auf den Straßen wurde eine ernstzunehmende Aktion zur Verunglimpfung der Oktoberrevolution durchgeführt.

 

Es wurde betont, dass der Kapitalismus ein System der Krisen ist, seine Überwindung in der Gesellschaft diskutiert wird und genau in dieser Phase der theoretische und praktische Vertreter des wissenschaftlichen Sozialismus, Wladimir Iljitsch Uljanow Lenin, eine Antwort darauf ist und diskutiert werden muss. Des Weiteren wurde hervorgehoben, dass Lenin in theoretischer und praktischer Hinsicht der größte Vertreter des dialektischen und historischen Materialismus ist, und dass er es verdient, als eine universelle Persönlichkeit geehrt zu werden. ...

 

Vor allem Stefan Engel wies darauf hin, dass die MLPD gegen „das Vergöttern“ ist. Jedoch wird dem Dienst dieser Person [gemeint ist Lenin] an der Menschlichkeit und der Weltanschauung, die er vertritt, eine große Bedeutung beigemessen, und daher die Statue aufgestellt. Weiter wies er darauf hin, dass es ausnahmslos in jeder Stadt Denkmäler von Personen gibt, die Millionen von Menschenleben auf dem Gewissen haben, wie zum Beispiel von Kaiser Wilhelm. Diejenigen, die dies mit keinem Wort erwähnen, haben kein Recht, auch nur das Geringste über Lenin zu sagen.

 

Gabi Fechtner hat auf der Pressekonferenz und in ihrer Eröffnungsrede herausgestellt, dass Hitler im Jahre 1920 Lenin als „Massenmörder“ bezeichnete und dies bis heute noch die grundlegende Sicht der bürgerlichen Historiker in Deutschland darstellt. Diese Sichtweise sei ein typisches Beispiel für die verzerrte deutsche Geschichtsschreibung.

 

Auf die Frage des Journalisten aus Neuseeland, ob es neben der Aufstellung der Lenin-Statue noch andere ähnliche Projekte gibt, wurde gesagt, dass die MLPD neben der Lenin-Statue auch eine Marx-Statue aufzustellen gedenkt. Die Frage eines anderen Journalisten, warum nicht die Statue eines deutschen Revolutionärs wie Karl Liebknecht oder Ernst Thälmann aufgestellt wird, wurde von Stefan Engel beantwortet. Engel sagte, dass diese Personen eine unumstrittene Stellung in der deutschen Revolution innehaben, jedoch nicht mit Lenin zu vergleichen sind. Im Weiteren wiesen Gabi Fechtner als auch Stefan Engel in diesem Zusammenhang auf den Parteinamen hin und sagten, dass die Partei eine marxistisch-leninistische Partei ist und sie mit dem Aufstellen einer Marx-Statue auf dem Gelände eine Antwort auf die antikommunistische Propaganda geben werden. Auffallend auf der Pressekonferenz war auch, dass beide Redner auf der Pressekonferenz und in der Eröffnungsrede auf die Rolle von Stalin und Mao in der Geschichte der Revolutionen hingewiesen haben, jedoch betonten, dass sie keine „Maoisten und Stalinisten“ seien, und beide zu keiner Zeit mit Lenin verglichen werden können. Gabi Fechtner machte auch mehrfach darauf aufmerksam, dass zum ersten Mal innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland eine Lenin-Statue aufgestellt wird.

 

Die MLPD hatte eingangs mit 300 Besuchern gerechnet aber auf der Eröffnungsfeier, die um 14 Uhr begann, konnten mehr als 1000 Menschen gezählt werden. Nach Gabi Fechtner, die eine flammende Rede hielt, kam Stefan Engel auf die Bühne und seine u.a. an die Rassisten-Faschisten, die sich 30 Meter weiter unter Polizeischutz versammelt hatten, gerichteten Worte wurden von den Besuchern begeistert aufgenommen. Stefan Engel ging in seiner Rede auch auf die Krise des Kapitalismus ein und betonte, dass die einzige Lösung darin besteht, den von Lenin geebneten Weg zu beschreiten. Auch die Ankündigung über die Aufstellung einer Marx-Statue wurde von der Menge euphorisch mit Parolen begrüßt. Zum Schluss wurde die Lenin-Statue mit der „Internationale“ enthüllt.

 

Das Programm ging mit Grußworten von internationalen Organisationsvertretern weiter. Das erste Grußwort hielt die Auslandsorganisation der TKIP, gefolgt von ATIF, ADHF, der Palästinensischen Gemeinde Deutschland (PGD), Marx-Engels-Stiftung, Deutsch-Russischen-Gesellschaft, KON-MED, dem Freundeskreis Nordkorea, Vertretern aus Eritrea und Äthiopien, Neuen-Kommunistischen Partei Haiti NPCH-ML, Roter Morgen Niederlande, Vertreter aus Kolumbien, Marxistisch-Leninistischen Gruppe Schweiz, Angeklagte des TKP/ML-Prozesses München, TKP/ML-Maoist und Avrupa Halk Cephesi.