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Renault: Streik gegen die Entlassung einer Schicht

Bei Renault in São José dos Pinhais / Paraná haben die Gewerkschaft Sindmetal und die Versammlung der Belegschaft vor dem Tor beschlossen, ab der Nachtschicht des 22. Juli unbefristet zu streiken.

Renault: Streik gegen die Entlassung einer Schicht
Streik bei Reanualt in Brasilien gegen die Streichung der Nachtschicht (foto: sindmetall)

Renault will die Nachtschicht mit 747 Kollegen entlassen und die Schicht streichen. Der vorher von der Firma vorgeschlagene „Plan für freiwillige Abfindungen“ wurde von der Mehrheit der Kollegen abgelehnt.

 

Die Gewerkschaft will weiter streiken, da die Firma nicht über die geplanten Entlassungen verhandeln will: „Wir sollen unsere Ablehnung für das Verhalten dieses Unternehmens aufgeben, obwohl es von der Landesregierung steuerliche Anreize erhält, Arbeitsplätze zu schaffen und auch zu erhalten. Leider ist es nicht das, woran die aktuelle Leitung dieses Werks denkt“, betont der Präsident von SMC (Union der Metallarbeiter von Curitiba), Sérgio Butka. Er erinnert sich auch daran, "dass die Arbeitnehmer weiterhin für ein harmonischeres Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit kämpfen werden".

 

Dies ist Teil des Renault-Transformationsprozesses weltweit, so die Werkleitung. Dieses Krisenabwälzungsprogramm wurde im Mai bekannt gegeben. Wie auch bei anderen Autofirmen in Brasilien gab es zuletzt diverse Warnstreiks und Protestes gegen Entlassungen, Kurzarbeit usw. Fast alle Autohersteller in Brasilien bekamen staatliche Kredite in der Corona-Krise, Steuererleichterungen oder die Stundung der fälligen Beiträge der Unternehmerseite für die Renten- und Sozialkassen.

 

Renault bekam vom Bundesstaat Paraná ca. 300 Mio. Euro Corona-Hilfe (inkl. die 12% Erlass der Umsatzsteuer). Das brasilianische Werk von Renault beschäftigte etwa 7.300 Kollegen, die die Modelle Sandero Stepway, Logan, Kwid, Duster, Oroch, Master und Captour herstellen. Die Fabrik unterhält eine eigene Motorenmontage und eine Alu-Gießerei.