Leserbrief

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Sexuelle Gewalt: Lebenslanges Trauma?

Mit Interesse habe ich den Artikel über die „Unfassbare Gewalt an Kindern“ in der aktuellen Roten Fahne (15/2020) gelesen.

O.K.

Gut daran fand ich den Zusammenhang zwischen dem abstoßenden und nie gekannten Ausmaß von Kindesmissbrauch und der kapitalistischen Gesellschaft, in der alles vermarktet vermarktet wird, womit sich Profit erzielen lässt. Zu kurz kommt mir an dieser Stelle die Frage, woher dieser Markt denn kommt. Es ist auch eine Herrschaftsform im Klassenkampf, mithilfe teilweiser degenerativer Kultur, in der sexuelle Gewalt oft verherrlicht wird, diesen Markt überhaupt erst zu schaffen.

 

Kritik habe ich an der Bildunterschrift "Missbrauchte Kinder lebenslang traumatisiert". Sie ist, erst recht in ihrer Absolutheit, undialektisch und unwissenschaftlich. Ohne die schwerstmöglichen traumatischen Schäden im Gehirn relativieren zu wollen, die durch solch abartigen Missbrauch, aber auch durch Kriege usw. entstehen, müssen die dadurch hervorgerufenen Traumata keineswegs lebenslang anhalten. Die Hirnforschung hat seit ca. 20 Jahren die Erkenntnis gewonnen, dass das menschliche Gehirn als die am höchsten organisierte Materie auf der Erde mithilfe entsprechender Psychotherapien in der Lage ist, selbst tiefste Traumata vollständig aufzulösen. Das entspricht auch der materialistischen Weltanschauung.