Tübingen

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Tobias Pflüger verlangt Entschuldigung

Mit einem Großaufgebot durchsuchte die Polizei Anfang Juli neun Wohnungen in Baden-Württemberg, darunter auch eine im Tübinger Wohnprojekt Lu 15. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelte gegen acht Männer und eine Frau wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs: Sie sollten an einer Auseinandersetzung vor einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen Mitte Mai in Bad Cannstatt beteiligt gewesen sein.

Dokumentiert von Nachdenkseiten

In Tübingen beschlagnahmte die Polizei auch Unterlagen eines wissenschaftlichen Mitarbeiters des Freiburger Bundestagsabgeordneten der Linken Tobias Pflüger. Der Mann wurde damals auch kurzzeitig festgenommen. Er musste er eine DNA-Probe abgeben, außerdem nahm die Polizei seine Fingerabdrücke. Er machte noch am gleichen Tag geltend, zum Tatzeitpunkt gar nicht in Stuttgart gewesen zu sein, was er durch Fotos belegen konnte.

 

Wie die Stuttgarter Staatsanwaltschaft auf TAGBLATT-Nachfrage nun ankündigte, wird sie das Ermittlungsverfahren gegen den Mann einstellen. „Der Beschuldigte brachte nach der Durchsuchung vor, zur Tatzeit nicht am Tatort gewesen zu sein. Die sogleich veranlasste Überprüfung dieses Vorbringens hat am 13. Juli 2020 ergeben, dass sich der Beschuldigte zur Tatzeit nicht am Tatort befand. Die bei ihm sichergestellten Asservate werden ungesichtet an ihn zurückgegeben“, erklärte die Behörde per Pressemitteilung.

 

Tobias Pflüger begrüßt die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen seinen Mitarbeiter: „Es ist aber unglaublich, wie lange das gedauert hat“, stellt er fest, „die Staatsanwaltschaft wusste bereits seit dem Tag der Durchsuchung, dass er nicht beteiligt gewesen sein kann.“ Die Sicherheitsbehörden müssten nun erklären, auf welcher Grundlage überhaupt gegen den Mann ermittelt worden war: „Ich will wissen, wer verantwortlich für die Beantragung des Durchsuchungsbeschlusses war.“