Daimler

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Konzernweiter Kampf um die Zukunft der Beschäftigten ist nötig!

Daimler plant drastische Angriffe auf die Belegschaft.

Von wb

Das Manager-Magazin spricht inzwischen von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen, die vernichtet werden könnten. Davon allein 17.000 in der Sparte Trucks. Laut Personalvorstand Wilfried Porth sind betriebsbedingte Kündigungen „nicht mehr ausgeschlossen“ – das gleiche gilt offensichtlich auch für Werksstilllegungen.

 

Doch damit legt sich der Vorstand mit einer kampferfahrenen Konzernbelegschaft an, zu deren Kampfbereitschaft die jahrzehntelange Kleinarbeit der MLPD-Betriebsgruppen aktiv beigetragen hat. So fand gegen den Verkauf und die drohende Vernichtung von 1600 Arbeitsplätzen im französischen Smart-Werk Hambach am 24. Juli eine große Demonstration statt. Zu dieser haben verschiedene Gewerkschaften aufgerufen. Mit dabei war auch eine Delegation der Freunde der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz aus Sindelfingen. In der Antwort der französischen Gewerkschafter auf das Solidaritäts-Schreiben der Sindelfinger heißt es: „Daimlers Politik der Standortschließungen und des Stellenabbaus ist in der Tat global; es besteht sicherlich die Notwendigkeit, den Kampf überall dort zu verallgemeinern, wo es notwendig ist.“ Das ist genau richtig. Denn die Erfahrungen zeigen, dass solche Pläne nur durch einen konzernweiten Kampf bis zum Streik zu Fall gebracht werden können.

 

Mit der Ankündigung der Geschäftsleitung, die vor zwei Jahren mit dem Betriebsrat abgeschlossene Vereinbarung mit dem „Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen“ bis 2030 neu verhandeln zu wollen, fliegt der Betrug mit der angeblichen „Zukunftssicherung“ auf. Er diente nur dazu, die Belegschaft vom Kampf gegen die verschärfte Ausbeutung, Aufspaltung des Konzerns und damit verbundene Arbeitsplatzvernichtung abzuhalten.

 

Bis Ende Juli wollten Vorstand und Gesamtbetriebsrat (GBR) hinter verschlossenen Türen zu einem Verhandlungsergebnis kommen. Viele Kollegen, wie die „Offensiven Metaller“, lehnen Verhandlungen auf der Grundlage von Erpressung und ohne Beratung in der Belegschaft ab. Sie befürchten mit Recht, dass der GBR zu weiteren Zugeständnissen zu Lasten der Beschäftigten bereit ist. So will er mit einer „befristeten Arbeitszeitreduzierung“ den Personalabbau verhindern. Doch nur mit einer allgemeinen und „signifikanten“ Verkürzung der Arbeitszeit auf 30 Stunden in der Woche als Regelarbeitszeit von Montag bis Freitag bei vollem Lohnausgleich lassen sich die Personalabbau-Pläne durchkreuzen. Das will Porth verhindern: „Ideen wie die 30-Stunden-Woche verzögern nur unser Problem“. In der Tat! Die Einführung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, von der MLPD seit vielen Jahren gefordert, würde die Pläne der Daimler-Chefetage deutlich "verzögern"!

 

Das stößt auf viel Zustimmung bei den Kollegen. Gleichzeitig wirkt die bürgerliche Krisenpropaganda in den Medien oder wenn auch der GBR sich Sorgen „um die Zukunftsfähigkeit von Daimler“ macht, die „massiv bedroht“ sei. Deshalb gibt es auch Bedenken in der Belegschaft, dass die Arbeitszeitverkürzung auf Kosten der Profite Daimler quasi den Todesstoß versetzen könnte.

 

Tatsächlich ist nicht ausgemacht, wer von den Autokonzernen in der kapitalistischen Vernichtungsschlacht überlebt. Aber daran sind nicht die Arbeiterforderungen schuld. Vielmehr muss ein Gesellschaftssystem infrage gestellt werden, in dem der technische Fortschritt und die Steigerung der Produktivität in Destruktivkräfte verwandelt werden und gesetzmäßig zu Krisen führt. „Wenn der Kapitalismus die Zukunft der Menschheit infrage stellt, muss die Menschheit dem Kapitalismus ein Ende setzen!“ Das spüren auch mehr Kolleginnen und Kollegen.

 

Sie sind deshalb bereit, sich ernsthafter mit der Politik der sozialistischen Alternative MLPD und ihren Mitgliedern auseinander zu setzen. Ihre Betriebsgruppen müssen gestärkt werden, als Rückgrat für einen konzernweiten Kampf. Dazu schlägt die MLPD einen bundesweiten Aktionstag aller Daimler-Belegschaften vor, als Auftakt für den Kampf um jeden Arbeitsplatz und für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!