Südafrika

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Streik bei Scaw ausgesetzt

Die Kolleginnen und Kollegen von Scaw Metals haben seit dem 27. Juli gestreikt.

Korrespondenz aus Dortmund

Seit Anfang des Jahres wehren sie sich gegen ungesetzliche und einseitige Änderungen bestehender Verträge, wie die Streichung der Dienstzulagen. (siehe hier). Die südafrikanische Metallarbeitergewerkschaft NUMSA (National Union of Metalworkers of South Africa) hat jetzt mit Scaw Metals eine Vereinbarung getroffen, die dazu geführt hat, dass der gewerkschaftliche Streik ausgesetzt und die Arbeit am 30. Juli wieder aufgenommen wurde.

 

Die Vereinbarung zwischen NUMSA und Scaw sieht vor, dass die Dienstzulagen wieder gezahlt werden. Allerdings soll die Zahlung der Dienstbeihilfe und des Wohngeldes für sechs Monate ausgesetzt werden. NUMSA-Generalsekretär Jim Irvin begründet das damit, Scaw bei „der Bewältigung seines derzeitigen finanziellen Drucks zu unterstützen.“ Nach sechs Monaten soll nach Prüfung der Finanzen des Unternehmens die Fortführung aller Zulagen geprüft werden. Der „finanzielle Druck“ ist nichts anderes als die Folgen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise.

 

Für Irvin ist „diese Vereinbarung ... ein Beweis für die Bereitschaft der Gewerkschaft und der Arbeitnehmer, Opfer zu bringen, wo dies gerechtfertigt ist und wo die Arbeitgeber ein konstruktives und aufrichtiges Engagement zeigen, um eine Lösung zu finden, die allen Parteien gerecht wird.“¹ Tatsächlich ist diese Vereinbarung aber ein Dokument der Klassenzusammenarbeit, der Bereitschaft reformistischer Gewerkschaftsführer, die Krisenlasten auf die Rücken der Kolleginnen und Kollegen und ihrer Familien abzuwälzen. Ob sich die Kolleginnen und Kollegen damit abfinden werden, ist offen.