Porsche

Porsche

250 Sofortprogramme zum Spendenpreis von 38,00 Euro

Bei Porsche musste die Geschäftsleitung zum „normalen Schichtwechsel“ zurückgekehrt.

Korrespondenz aus Stuttgart
250 Sofortprogramme zum Spendenpreis von 38,00 Euro
Werk II von Porsche in Stuttgart Zuffenhausen (foto: Str1ke - Flickr (CC BY 2.0))

Nach der teilweise heruntergefahrenen Produktion wurde bei Porsche zunächst vorsichtig hochgefahren. Die Schichten wurden entzerrt. Die Frühschicht arbeitete eine Stunde weniger. So sollte eine Kontaktaufnahme mit der Spätschicht verhindert werden. Abgesehen davon, dass die Kontakte nicht wirklich verhindert wurden, war es immerhin ein Zeichen der Firma, dass sie den Gesundheitsschutz ernst zu nehmen schien.

 

Mittlerweile geht es darum, dass die Produktion im gnadenlosen Konkurrenzkampf mit Tesla und anderen Autobauern voll hochgefahren werden kann. Bis Weihnachten gibt es Samstagsarbeit!

 

Die in rotem Porsche-T-Shirt bekleideten „Roten Teufel von Porsche“ nahmen ca. 250 Flyer des MLPD-Sofortprogramms gegen die neuartige Corona-Pandemie. Sie spendeten insgesamt 18 Euro. Ein Kollege spendete gar für „eure wichtige Arbeit“ 20 Euro - in Verbindung mit dem Kauf eines Rote Fahne Magazins. Viele Kolleginnen und Kollegen verbanden selbst bei Nichtannahme eines Flyers dies mit freundlichen Worten. Viele hatten auch kein Geld dabei, nur ihren Werksausweis.

 

Vermehrt wird die aktuelle Entwicklung mit der Weltwirtschafts- und Finanzkrise verbunden, denn Corona-Krise ist auch Kapitalismuskrise. Daimler hat die Entlassung von mehr als 30 000 Arbeitern angekündigt, bei Bosch wurde eine erste Menschenkette ums Werk gezogen. Im Fall Porsche, das von Ballettaufführungen bis zum Sponsoring der Tafeln sein Image aufpolieren will, zeigt der Vulkan die ersten Rauchzeichen : 12 Prozent weniger Kunden als in den ersten sechs Monaten 2019, Rückgang der Auslieferungen um 25 Prozent in Deutschland, in Europa um 18 Prozent , in den USA um 20 Prozent.¹

 

Unsere Forderung: „Keine Samstagsarbeit, 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich von Montag bis Freitag“ stieß auf große Zustimmung in der Vorfreude auf die anstehenden Werksferien, in der die vielen Kollegen nicht in Urlaub fahren - aus Sorge vor einer zweiten Corona-Welle!