Ludwigsburg

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Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen von Mann und Hummel

Viele Kolleginnen und Kollegen haben es am letzten Freitag aus den Medien erfahren: Mann und Hummel will die Produktion im Stammwerk Ludwigsburg schließen.

MLPD Ludwigsburg
Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen von Mann und Hummel
Eine erste Protestkundgebung mit 250 Kolleginnen und Kollegen von Mann und Hummel (rf-foto)

Die MLPD Ludwigsburg richtet eine Solidaritätserklärung an IG Metall-Vertrauenskörper, Betriebsrat und Belegschaft der Fa. Mann+Hummel in Ludwigsburg.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit Empörung und Wut verurteilen wir die Pläne der Geschäftsführung von Mann und Hummel, die Produktion im Stammwerk in Ludwigsburg zu schließen! Mit einem weltweiten Restrukturierungsprogramm geht es den Eigentümern darum, weitere 150 Millionen aus den Belegschaften herauszupressen. In Ludwigsburg werden 400 Familien in eine ungewisse Zukunft gestürzt. Viele von Euch haben den Beschluss der Geschäftsführung am ersten Ferientag in Baden-Württemberg aus der Zeitung erfahren.

 

Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil! Deshalb war es genau richtig, dass ihr am Tage der Bekanntgabe mit 250 Beschäftigten eine erste Protestkundgebung vor dem Werk durchgeführt habt. Wir versichern Euch unsere volle Solidarität und Unterstützung für den Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! Jetzt soll die Corona-Krise herhalten, die längst existierenden Pläne zur Schließung des Produktionswerkes durchzuziehen. ...

 

Die Schließung des Produktionswerks kann nicht hingenommen werden – Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz! Ein erfolgreicher Kampf kann nicht „partnerschaftlich“ mit den Konzernen, sondern nur auf Kosten ihrer Profite geführt werden! Viele Belegschaften in der Region wie Bosch AS in Bietigheim-Bissingen (früher ZF) und Schwäbisch Gmünd oder Eberspächer in Esslingen stehen vor der gleichen großen Herausforderung. Was nützt eine angeblich „sozialverträgliche Lösung für die Belegschaft“? Arbeitsplatzvernichtung ist niemals „sozialverträglich“! Die Arbeitsplätze fehlen der Jugend. Wir brauchen die Gewerkschaft als Kampforganisation!

 

Konsequente Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich kann Arbeitsplätze erhalten, konsequente Umstellung der Produktion auf Umwelttechnologie neue schaffen. Es wird behauptet, die Schließung sei angeblich „alternativlos“. Die kapitalistische Gesellschaft behandelt Arbeiterinnen und Arbeiter,  Angestellte wie Waren, die gekauft und verkauft oder wie eine alte Kartoffel weggeworfen werden – diese Gesellschaft ist für uns keine Alternative. Im Kapitalismus steht die Profitmaximierung im Mittelpunkt. ...

 

Den Kapitalismus zum letzten Wort der Geschichte zu erklären, ist gegen jeden Fortschritt gerichtet. Gerade in der heutigen Zeit brauchen wir einen offenen Dialog aller Kräfte auf antifaschistischer Grundlage über gesellschaftliche Perspektiven. Unterstützt deshalb die Bewegung: „Gib Antikommunismus
keine Chance!“

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Ihr könnt mit eurem Widerstand ein wichtiges Signal für den Kampf für die Zukunft der Jugend setzen. Unsere Unterstützung, unser Know-how, die Solidarität der Bevölkerung und vieler anderer Belegschaften habt Ihr.

 

Wer kämpft, kann gewinnen – wer nicht kämpft hat schon verloren!

Mit solidarischen Grüßen
Herbert Engler

 

Die Solidaritätserklärung in voller Länge im pdf-Format